US-Geheimprogramm CIA heuerte Blackwater-Mitarbeiter für Terroristenjagd an

Sie halfen bei der Planung, beim Training, bei der Überwachung: Der US-Geheimdienst CIA hat laut "New York Times" Mitarbeiter der umstrittenen privaten Sicherheitsfirma Blackwater für die Jagd auf Qaida-Mitglieder engagiert - die Verträge seien inzwischen gekündigt.
Blackwater-Mitarbeiter (Archivbild aus dem Jahr 2008): Jagd auf Terroristen?

Blackwater-Mitarbeiter (Archivbild aus dem Jahr 2008): Jagd auf Terroristen?

Foto: AP

New York - Mitarbeiter der umstrittenen privaten US-Sicherheitsfirma Blackwater wurden einem Bericht der "New York Times" zufolge 2004 vom US-Geheimdienst CIA zur Jagd auf Qaida-Terroristen angeheuert. Sie halfen demnach bei der Planung, beim Training und bei der Überwachung des Programms.

Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf Mitarbeiter der früheren und amtierenden US-Regierung. Demnach sollten die Terroristenführer im Rahmen des Geheimprogramms aufgespürt und getötet werden. Das Geheimprogramm habe jedoch trotz Ausgaben in Millionenhöhe nicht zur Festnahme oder Tötung eines Terroristen geführt.

Die Tatsache, dass der Geheimdienst Außenstehende für dieses Programm verpflichtet habe, sei ein Hauptgrund für CIA-Direktor Leon Panetta gewesen, den Kongress bereits im Juni bei einer Dringlichkeitssitzung davon zu unterrichten, dass Einzelheiten des Programms von seiner Behörde über Jahre zurückgehalten worden seien, berichtete die Zeitung weiter. Es sei jedoch nicht klar, ob die Blackwater-Mitarbeiter auch an der Tötung von Terroristen beteiligt werden oder lediglich beratende und überwachende Funktionen übernehmen sollten.

Die CIA habe die Verträge dabei auch nicht mit Blackwater, sondern direkt mit den Mitarbeitern der Firma geschlossen, unter anderem auch mit dem früheren Blackwater-Chef Erik Prince. Das Engagement von Blackwater-Mitarbeitern in dem Geheimprogramm endete dem Bericht zufolge bereits vor einigen Jahren.

Unter der Regierung von Präsident George W. Bush waren von den Geheimdiensten vermehrt Aufgaben an private Firmen vergeben worden, darunter beispielsweise auch die Befragung von Gefangenen. Die Beschäftigung von Außenstehenden in einem Programm, in dem über Leben und Tod entschieden werde, habe aber zu schweren Bedenken hinsichtlich der Verantwortbarkeit solcher verdeckter Operationen geführt, sagten namentlich nicht genannte Regierungsmitarbeiter der Zeitung.

Blackwater war für die Bush-Regierung hauptsächlich im Irak im Personenschutz tätig.

Die Firma war vor allem wegen einer Schießerei im September 2007 ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Dabei sollen mehrere Firmenangestellte wahllos auf 17 irakische Zivilisten gefeuert haben. Im Januar 2009 wurde Blackwater die Lizenz für die Arbeit im Irak entzogen.

Die Sprecherin von Blackwater, das inzwischen unter dem Namen Xe Services firmiert, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

hen/dpa/AP
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