US-Krankenversicherung Pannen-Ministerin Kathleen Sebelius ausgetauscht

Jetzt ist doch Schluss: Seit Monaten wurde wegen der Probleme bei der Umsetzung von "Obamacare" über einen Rücktritt von US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius spekuliert. An diesem Freitag soll die Nachfolgerin präsentiert werden.

Zurückgetretene US-Gesundheitsministerin Sebelius: "Geschichte geschrieben"
DPA

Zurückgetretene US-Gesundheitsministerin Sebelius: "Geschichte geschrieben"

Von , Washington


Washington - Immer wieder kam die Frage auf. Jedes Mal, wenn es bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus um die Gesundheitsreform ging, dann schloss sich nahezu zwangsläufig die Frage nach der Zukunft der zuständigen Ministerin an: Wird Kathleen Sebelius zurücktreten?

Nun ist sie zurückgetreten. Schon an diesem Freitag will US-Präsident Barack Obama in Washington ihre Nachfolgerin präsentieren: Sylvia Mathews Burwell; seit vergangenem Jahr erst war sie die für Haushalts- und Budgetfragen zuständige Direktorin im Weißen Haus. Sebelius sei von sich aus zurückgetreten, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte: Sie sei nicht aus dem Kabinett hinausgeworfen worden.

Zahlreiche Pannen

Die 65-Jährige hatte das schwierige Amt knapp fünf Jahre inne. Schwierig, weil es letztlich an ihr lag, Obamas wichtigstes innenpolitisches Reformprojekt umzusetzen: die verpflichtende Krankenversicherung für fast alle Amerikaner, eine Jahrhundertreform.

Schließlich waren bei Obamas Amtsantritt rund 40 Millionen Amerikaner ohne Versicherungsschutz - einzigartig für ein westliches Industrieland. Seit den vierziger Jahren waren mehrere Präsidenten an diesem Vorhaben gescheitert.

Präsident Obama mit seiner damaligen Haushaltsdirektorin Burwell im Jahr 2013
REUTERS

Präsident Obama mit seiner damaligen Haushaltsdirektorin Burwell im Jahr 2013

Nicht so Obama, der den "Patient Protection and Afforfable Care Act" gegen den erbitterten Widerstand der Republikaner durchdrückte. Doch mit der technischen Umsetzung haperte es gewaltig: Zahlreiche Pannen legten in den vergangenen Monaten des Öfteren die Internetseite healthcare.gov lahm, auf der sich die Menschen für die neue Versicherung einschreiben sollten.

Sebelius stand im Feuer, und Obama musste den Spott der Republikaner ertragen. Mehrfach entschuldigte er sich öffentlich für die Probleme.

Plötzlich drohte die ganze Reform zu kippen: Denn entscheidend würde sein, ob sich in den ersten Monaten genügend Leute für die "Obamacare" genannte Versicherung entschieden. Verweigerten sich zum Beispiel die gesünderen Jungen in Massen, dann würde sich das System kaum finanzieren können.

Vor wenigen Tagen dann aber Erleichterung für den Präsidenten: Trotz aller Probleme haben sich bislang mehr als sieben Millionen Amerikaner angemeldet. Das lag knapp über den Erwartungen. "Dieses Gesetz macht, was es machen soll", sagte US-Präsident Barack Obama daraufhin, "es funktioniert." Kathleen Sebelius aber stand an diesem Tag des Triumphs schon gar nicht mehr neben ihm.

Im Rückblick kann das als Zeichen gewertet werden. Zu fürchten waren die im Herbst anstehenden Parlamentswahlen - da wäre Sebelius, seit dem Wahlkampf 2008 eine enge Verbündete Obamas, wohl eine Belastung gewesen. Es waren einfach zu viele Pannen.

Die Chefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, würdigte Sebelius als unermüdliche Kämpferin für den Zugang aller Amerikaner zu einer Krankenversicherung. Damit habe sie "Geschichte für unser Land" geschrieben.

Mit Material von dpa, AP, Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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web-physio 11.04.2014
1. Wer die Geschichte des ...
... amerikanischen Gesundheitssystems kennt, der weiß, dass sich zu Viele daraus bedienen, so dass man es gar nicht zulassen kann, aus einem der größten Wirtschaftsfaktoren der USA ein soziales System zu machen. Ganz abgesehen davon sollten wir uns besser um die Entwicklung in der eigenen 'Gesundheits- und Abfertigungsindustrie' Sorgen machen, denn wir werden alle nicht jünger!
spmc-135322777912941 11.04.2014
2. Endlich ....
Zitat von sysopDPAJetzt ist doch Schluss: Seit Monaten wurde wegen der Probleme bei der Umsetzung von "Obamacare" über einen Rücktritt von US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius spekuliert. An diesem Freitag soll die Nachfolgerin präsentiert werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-gesundheitsreform-us-praesident-obama-ersetzt-sebelius-mit-burwell-a-963805.html
Ihre Lügen waren unerträglich geworden.
spmc-135322777912941 11.04.2014
3. Ziel 7 Millionen
erst gab sie das als Ziel aus, dann versuchte sie sich herauszulügen, und als die 7 Millionen wider Erwarten doch erreicht wurde, stellte sie das als das Erfolgskritierium dar welches Sie für vier Monate abgelehnt hatte. Übirgens, wieviele der 7 Millionen haben wegen der Vorschriften von Obamacare ihre Versicherungspolice verloren ?
muellerthomas 11.04.2014
4.
Zitat von spmc-135322777912941erst gab sie das als Ziel aus, dann versuchte sie sich herauszulügen, und als die 7 Millionen wider Erwarten doch erreicht wurde, stellte sie das als das Erfolgskritierium dar welches Sie für vier Monate abgelehnt hatte. Übirgens, wieviele der 7 Millionen haben wegen der Vorschriften von Obamacare ihre Versicherungspolice verloren ?
M.W. handelt es sich bei den 7 Mio. bereits um einen Nettozuwachs an Versicherten.
spmc-135322777912941 11.04.2014
5. M.w. .....
Zitat von muellerthomasM.W. handelt es sich bei den 7 Mio. bereits um einen Nettozuwachs an Versicherten.
das mag ja Ihr Wissensstand sein aber es ist falsch.Es ist auch nicht klar ob diese Menschen Obamacare gewählt haben oder einfach in die Medicaid eingetreten sind was sie auch früher hätten machen können. Und es ist auch vollkommen unklar wieviel Leute die Erstprämie bezahlt haben ohne die in einen normalen Land kein Versicherungsschutz beginnt. In Obamaland mag das momentan anders aussehen weil die Lügner im Weissen Haus alles tun um diese Geschichte doch noch als einen Erfolg darzustellen. Und dann ist auch nicht klar ob die ehemals Versicherten Zugang zu ihren bisherigen Ärzten und Krankenhäusern haben.
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