Sorge vor chinesischer Spionage US-Innenministerium zieht 800 Drohnen aus dem Verkehr

Drohnen werden von US-Behörden unter anderem bei Naturkatastrophen und Rettungseinsätzen benutzt. Viele von ihnen enthalten chinesische Bauteile - für die Verantwortlichen im Innenministerium ein Grund zur Sorge.

Eine Drohne der Feuerwehr von Los Angeles
ZUMA Press/ imago images

Eine Drohne der Feuerwehr von Los Angeles


Die gesamte Drohnenflotte des US-Innenministeriums bleibt bis auf Weiteres auf dem Boden. Betroffen sind mehr als 800 Fluggeräte. Das "Wall Street Journal" hatte zuerst darüber berichtet. Das Ministerium bestätigte die Entscheidung gegenüber anderen Medien.

Grund für den Schritt ist demnach die Sorge der Verantwortlichen vor Spionage und Cyberattacken durch China. Jede Drohne in der Flotte des Innenministeriums sei entweder ganz in China gebaut worden oder enthalte in China hergestellte Teile, berichtet das "Wall Street Journal".

Innenminister David Bernhardt ordnete demnach den Schritt an. Die Drohnen sollen nicht eingesetzt werden, bis eine Überprüfung samt Beurteilung der Sicherheitsrisiken abgeschlossen sei. Ausgenommen seien lediglich Drohnen, die derzeit in Notfällen wie Naturkatastrophen oder bei Rettungsaktionen eingesetzt würden, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums an das US-Technikportal "The Verge".

Drohnen werden untere anderem zur Bekämpfung von Waldbränden benutzt

Staatliche Stellen in den USA setzen Drohnen unter anderem zur Bekämpfung von Waldbränden, der Kontrolle von Dämmen und der Inspizierung von Umweltschäden ein.

Laut "Wall Street Journal" besteht ein Hauptgrund für die Entscheidung des Innenministeriums in der Sorge davor, dass die Drohnen zur Übermittlung von Daten benutzt werden könnten, darunter Aufnahmen von sensibler US-Infrastruktur. Dies, so die Befürchtung, könnte dann als Grundlage für künftige Cyberangriffe dienen.

Die USA werfen China seit Jahren Wirtschaftsspionage vor. US-Präsident Donald Trump setzte Mitte Mai den chinesischen Technologiekonzern Huawei aus Sorge vor Spionage auf eine schwarze Liste. Damit darf der Konzern in den USA keine Aufträge mehr für die Telekom-Ausrüstung zum Aufbau des neuen Mobilfunkstandards 5G erhalten und Komponenten von US-Firmen nicht ohne eine spezielle Genehmigung beziehen.

China hoffe, dass die US-Regierung aufhören werde, "das Konzept der nationalen Sicherheit zu missbrauchen", sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking nach der jüngsten Entscheidung des US-Innenministeriums. Chinesische Firmen dürften nicht diskriminiert werden.

asa



insgesamt 17 Beiträge
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vulcan 31.10.2019
1.
Ein reeler Grund zur Sorge, wenn man um die chinesische Spionage immer und überall weiß. Nur hierzulande sind wir einfach (in Berlin) zu naiv und blauäugig. Soll bloß niemand glauben, die Chinesen hätten irgendwelche Skrupel oder moralische Bedenken.
smokiebrandy 31.10.2019
2. ... nein die Chinesen haben sicherlich keine Skrupel...
Nur gerade in Bezug auf diese 5G Geschichte sollte man dann Nägel mit Köpfen machen und nur nationale Technik verwenden. Man sollte nämlich nicht davon ausgehen, dass uns die Freunde aus Übersee nicht ausspionieren. Wobei ich generell davon ausgehe , dass 90 % dieser Spionage und Cyberangriffgeschichten dazu dienen , ungewollte Konkurrenz vom Markt zu verdrängen da man es weder aus Kostengründen noch Qualitätsvorzeilen sonst schaffen würde...
krautskopf 31.10.2019
3. Trojanisches Pferd
Viele Drohnen, und Gadgets im Allgemeinen, telefonieren regelmäßig nach Hause - heißt kommunizieren mit Servern in China. Das wird oft so dargestellt, dass dies nur harmlose Diagnostik ist. Mag durchaus so sein. Aber was hält die Chinesen davor ab über eben diese Diagnostikkanäle ein Signal zu senden, das die Drohne in ein Spionagegerät verwandelt. Ziemlich Gruselig, unsere Abhängigkeit von China. Ich denke die Amerikaner, auch wenn sie es vielleicht ein bisschen überziehen, haben durchaus Recht wenn sie die Chinesischen Produkte etwas genauer unter die Lupe nehmen.
micspiegelforum 31.10.2019
4. Schlimmer geht immer
Sorge ist natürlich ein unschlagbarer Beweis. Ich höre das sehr gern. Am besten legen die Amerikaner mal gleich ALLE Geräte still in denen chinesische Komponenten verbaut sind. Man weis ja nie. Das wäre übrigens die Beste Nachricht des Jahres. Aber gut sie wissen wahrscheinlich aus eigener Erfahrung was geht.
Freiheit für Europa 31.10.2019
5. Chinesen schätzen ihr Regierungssystem
Chinesen sind meist sehr zurückhalten, wenn es um Politik geht, sagen selten etwas direkt - aber es ist dann doch erstaunlich, daß sie trotz vollster Integration in Kalifornien dann doch Kritik an westlichen Demokratien aussprechen können und eigtl. das chin. System als viel besser erachten; das hatte mich völlig überrascht, aber wohl wahr, daß Deutschland wirklich nur ein mahnendes Beispiel für eine untergegangene Demokratie und ehemalige Vorzeigekultur ist, wenn eine Ost-Diktatorin so einfach das Land und die Gesetze gegen die Wand fahren kann, jeder kleine, ungebildete Drogen-Clan mehr zu sagen hat als die Polizei und die Bürger eines angeblich so tollen Landes, Gesetze zur Abschiebung und zum Schutz von Frauen, Alten praktisch wertlos sind, nicht einmal eine Option für die Politiker darstellen. Da scheint das chin. System viel ehrlicher und effizienter zu sein. Es scheint nicht viel Masseneinwanderung nach China zu geben.
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