Prozess in New York Höchststrafe für Mordkomplott gegen Saudi-Botschafter

Zwei Iraner wollten den saudi-arabischen US-Botschafter ermorden lassen: Zu diesem Schluss kam ein Gericht in New York, das im Fall des Mordkomplotts gegen Adel al-Dschubeir entschied. Ein 58-jähriger Mann muss für 25 Jahre ins Gefängnis. Von seinem Komplizen fehlt weiter jede Spur.
Zur Höchststrafe verurteilt: Manssor Arbabsiar mit seinen Anwälten im Gericht

Zur Höchststrafe verurteilt: Manssor Arbabsiar mit seinen Anwälten im Gericht

Foto: Elizabeth Williams/ AP/dpa

Washington/New York - Wegen seiner Beteiligung an einem Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA ist ein US-Iraner am Donnerstag zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 58-jährige Manssor Arbabsiar, der sowohl einen iranischen als auch einen US-Pass besitzt, hatte sich im Oktober vor einem Bundesgericht in New York schuldig bekannt. Nun verhängte Richter John Keenan gegen Arbabsiar die Höchststrafe. Von einem weiteren Verdächtigen in der Verschwörung fehlt weiter jede Spur.

Arbabsiar, der früher Gebrauchtwagenhändler in Texas war, war Ende September 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und einen Monat später angeklagt worden. Die US-Justiz ermittelt ebenfalls gegen seinen mutmaßlichen Komplizen Gholam Schakuri, der flüchtig ist. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, einen Bombenanschlag auf den saudi-arabischen Botschafter Adel al-Dschubeir in einem beliebten Restaurant in Washington geplant zu haben.

Zu der Tat kam es aber nicht: Der Plan flog auf, als Arbabsiar einen vermeintlichen mexikanischen Auftragsmörder anheuerte, der in Wirklichkeit ein verdeckter Informant im Dienst einer US-Behörde war.

Schakuri, Mitglied der Kuds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, soll den Plan mit dem Wissen anderer hochrangiger iranischer Vertreter gesteuert und finanziert haben.

Der Fall hatte die wegen des iranischen Atomprogramms angespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran weiter verschlechtert. Die Regierung in Teheran bestritt vehement, in die Affäre verwickelt zu sein. Arbabsiar erklärte in seinem Schuldeingeständnis aber, dass seine Mitverschwörer Angehörige des iranischen Militärs gewesen seien und er Geld von hochrangigen Mitgliedern der iranischen Eliteeinheit al-Kuds erhalten habe, um den Mord zu organisieren.

Die US-Ankläger verweisen ebenfalls auf Geldüberweisungen und abgehörte Telefongespräche als Beweise dafür, dass der Plan zumindest von führenden Kuds-Mitgliedern gebilligt worden sei.

Die Verteidigung hatte beantragt, den Angeklagten wegen psychischer Probleme nur zu zehn Jahren Gefängnis zu verurteilen. Das Gericht lehnte dies aber ab. Der Bundesstaatsanwalt für New York, Preet Bharara, begrüßte das Strafmaß. Er erklärte, Arbabsiar sei an einem "ruchlosen internationalen Komplott" beteiligt gewesen und habe bei den Anschlagsplanungen auch den Tod von unschuldigen Passanten in Kauf genommen.

mia/dpa/AFP
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