US-Kongresswahlen Amerikaner schaffen freie Bahn für Bush-Krieger

Die Kongresswahlen sind für George W. Bush zu einem triumphalen Erfolg geworden. Seine Republikaner bauten die Mehrheit im Repräsentantenhaus aus, und auch im Senat sind sie jetzt in der Überzahl. Bush schaffte damit eine der höchsten Zustimmungsquoten für einen US-Präsidenten mitten in einer Amtszeit überhaupt.

Washington - Bush kann nun ab Januar mit der Unterstützung beider Parlamentskammern regieren und seine Wiederwahl im Jahr 2004 in Angriff nehmen. "Er hat gesagt, dass er Euch alle in zwei Jahren in seinem Team haben will", sagte der neue republikanische Senator von Georgia, Saxby Chambliss, nach einem Anruf des Präsidenten vor jubelnden Anhängern.

Die Demokraten führten Bushs Erfolg auch auf seinen massiven Wahlkampfeinsatz zurück. Der Präsident trieb persönlich mehr als 140 Millionen Dollar für die Kandidaten seiner Partei ein und warb in mehr als 30 Staaten selbst um Wählerstimmen. Allein in den letzten fünf Tagen des Wahlkampfs unterstützte der Präsident rund zwei Dutzend Kandidaten vor Ort. Er hatte sich in seinen Reden auf die Irak-Debatte und den Kampf gegen den Terrorismus konzentriert. Den Demokraten gelang es nicht, aus der flauen Wirtschaftslage, der steigenden Arbeitslosigkeit oder den Bilanzskandalen Kapital zu schlagen.

Bush ist der dritte Präsident seit 1860, dem es gelang, bei den Zwischenwahlen zuzulegen. Seine trotz der Wirtschaftskrise anhaltende Popularität - in den jüngsten Umfrage rund 60 Prozent - verschafften auch der Republikanischen Partei einen unerwarteten Auftrieb.

Geringe Wahlbeteiligung

Die Republikaner sicherten sich im Senat mindestens 51 der 100 Senatorensitze. Zwei Mandate waren am Mittwoch noch offen: In South Dakota musste noch weiter ausgezählt werden, und in Louisiana kommt es am 7. Dezember zu einer Stichwahl.

Die Republikaner gewannen vier für die Mehrheit wichtige Senatorensitze in Georgia, New Hampshire, Missouri und Minnesota. Dadurch verloren die Demokraten ihre bisherige Mehrheit im Senat, die sie seit Juni 2001 innehatten. Damals verließ der Senator James Jeffords die Republikaner und stimmte mit den Demokraten.

Im Repräsentantenhaus gewannen die Republikaner mindestens 225 der 435 Mandate. Einschließlich der noch nicht ausgezählten Bezirke wurden für Bushs Partei 227 Sitze erwartet. Damit hätten die Republikaner ihre bisherige Mehrheit von 223 zu 208 Sitzen um vier Mandate ausgebaut.

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