US-Krankenversicherung Sieben Millionen Amerikaner wählen "Obamacare"

Im Schlussspurt doch noch das Ziel erreicht: Mehr als sieben Millionen Menschen haben sich bis zum Ende der Anmeldephase für die US-Krankenversicherung "Obamacare" angemeldet - das sind ungefähr so viele, wie die Regierung erwartet hatte.

Werbung für "Obamacare" in Kalifornien: Sieben Millionen Anmeldungen
AFP

Werbung für "Obamacare" in Kalifornien: Sieben Millionen Anmeldungen


Washington - Erfolgsmeldung nach einem trägen Start: Rund 7,1 Millionen Menschen haben sich für die US-Krankenversicherung "Obamacare" angemeldet. Damit ist die erwartete Marke einen Tag nach dem Ende der Anmeldefrist knapp übertroffen worden. "Dieses Gesetz macht, was es machen soll", sagte US-Präsident Barack Obama, "es funktioniert."

Am Montag, dem letzten Tag für einen Versicherungsabschluss, habe die Internet-Seite "Healthcare.gov" mehr als drei Millionen Zugriffe verzeichnet, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Mehr als eine Millionen Menschen sollen außerdem in den vom Staat eingerichteten Callcentern angerufen haben, um sich für "Obamacare" anzumelden.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hatte die Erwartungen erst kürzlich zurückgeschraubt und sechs Millionen Anmeldungen zu "Obamacare" schon am Freitag als Erfolg gefeiert.

40 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung

Als die Anmeldephase im Oktober begann, waren noch mehr als 40 Millionen Menschen in den USA ohne Krankenversicherung. "Obamacare" soll dies mit strengen Regeln ändern: Das Gesetz sieht Strafzahlungen für alle Bürger vor, die sich nicht versichern lassen, obwohl sie das Geld dafür hätten.

Nach dem holprigen Start von "Healthcare.gov" hatte Präsident Barack Obama öffentlich um Entschuldigung gebeten und Fehler eingeräumt. Man habe die Herausforderungen unterschätzt, die eine solche Reform bedeute: "Eine Krankenversicherung abzuschließen, wird nie so einfach sein, wie ein Lied auf iTunes zu kaufen", sagte er in Anspielung auf das Online-Musikkaufhaus des Apple-Konzerns.

mxw/Reuters/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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flyhi172 02.04.2014
1. Ein toller Erfolg...
geredet wird nur von den 7 millionen die sich angemeldet haben, von den 33 millionen die immer noch keine Versicherung haben wird natuerlich nicht geredet. Der billigste Plan ("Bronce") kostet fuer einen 50 jaehrigen $ 270.- im Monat, und bietet im Grunde genommen lediglich einen Zuschuss zu den Arztkosten. Amerika nennt sich "Land of the Free" und ist wahrscheinlich das einzige Land weltweit in dem ein Selbststaendiger eine Strafe zahlen muss wenn er entscheidet keine Krankenversicherung zu haben und den Arzt aus eigener Tasche bezahlt. Selbst in Deutschland wo fast alles reglementiert ist, hat man als Selbststaendiger die Freiheit, sich nicht zu versichern.
pepe_sargnagel 02.04.2014
2.
In Amerika soll alles der Markt richten. Sollte ein Hurricane oder eine andere Naturgewalt eine Stadt verwüsten ist es billig und recht, wenn der (republikanische/demokratische) Senator staatliche Hilfen für den Wiederaufbau bekommt. Klar - sonst müsste sich die Stadt sehr verschulden. Wenn jemand an Krebs erkrankt, dann soll es der Markt richten und die Person soll sich stark verchulden. Das ist wenigstens die einhellige republikanische Meinung dazu. Wieso aber zerstört man in ersterem Fall den Markt und lässt ihn beim zweiten Fall dann gelten? Es scheint mir alles höchst subtil und abstrus zu laufen in der politischen Debatte. Krebs und Naturgewalten sind wenigstens in den meisten Fällen höhere Gewalt - nicht in allen (Man müsste ja bspw. nicht in einer Stadt mit ewig Smog leben und arbeiten (was die Arbeitgeber wohl dazu sagen?) oder rauchen). Ich denke, dass die Politik mittlerweile völlig den Kompass verloren hat. Nicht nur in Amerika, sondern überall, wo faktisch immer die gleichen wiedergewählt werden und faktisch so die Pfründe ungeniert gesichert werden können, weil man keine Konsequenzen zu fürchten hat. Auch da zeigt sich, dass der Markt nich tüberall funktioniert, denn eigentlich müssten diese schlechten Produkte ja vom Markt gefegt werden, weil Konkurrenten wenigstens neue substituierbare Produkte anbieten. Wenn es nicht funktioniert müsste ein neues Unternehmen das Produkt mit einer besseren Qualität anbieten und so schnell Marktanteile hinzugewinnen. Der Markt funktioniert also in der Politik ebensowenig, wie in anderen Bereichen des Lebens.
schreiberausthür.89 02.04.2014
3. @flyhi172
1) Meines Wissens gibt es seit dem 01.01.2009 auch in Deutschland für alle Personen eine krankenversicherungspflicht. Und das ist auch richtig so. 2) Es wurde durchaus von den rechtlichen 30 Millionen Menschen gesprochen. Obamacare ist hauptsächlich eine Versicherung für Bedürftige, die restlichen Personen müssen sich nunmehr privat versichern. Für die ganz armen Personen gibt es Medicaid. 3) 280 $ pro Monat für eine Krankenversicherung ist akzeptabel.
Sam_Dicamillo 02.04.2014
4. Authenticjazzman
Erstens ist diese Ocare übehaupt nicht eine rechmässige KV, sondern lediglich ein Gesetz das Jeden dazu zwingt eine Private KV abzuschliessen, mit enorm hohen Betragskosten und für europäischen Begriffen volkommen unverständlichen Selbstbeteiligungkosten. zb für den billigsten "Bronze" Plan 5200 dollar im Jahr, das heisst bevor die Vers einen Cent bezahlt, muss der Versichterter für Behandlung die ersten 5200 dollar Jährlich aus eigener Tasche bezahlen. Und zweitens sind die Zahlen absolut falsch da sie nur die Zahl von Leuten angibt die nach den Preisen gerfragt haben, aber nicht die Zahl von Personen die tatsächlich die erste Rate bezahlt haben, und diese Zahl ist mit sicherheit viel niedriger als die angegebene sieben Millionen.
fpwinter 02.04.2014
5. optional
Einfach eine neue Facette der unmenschlichkeit eines Staates, der sich "Demokratie" schimpft, aber in Wirklichkeit eine "Republik" nach dem Vorbild des alten Roms darstellt. Niemand wird mich je dazu bringen, auch nur einen Fuß auf dieses Land zu setzen.
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