Straße von Hormus Trump verkündet Zerstörung iranischer Drohne durch US-Kriegsschiff

Ein US-Marineschiff hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Straße von Hormus eine iranische Drohne unschädlich gemacht. Das Fluggerät sei dem Schiff zu nahe gekommen. Irans Außenminister gibt sich ahnungslos.

U.S.S. "Boxer": Laut US-Präsident Trump bedrohte eine iranischen Drohne die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew
Keypher Strombeck/ Navy Office of Information/AFP

U.S.S. "Boxer": Laut US-Präsident Trump bedrohte eine iranischen Drohne die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew


Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Die Drohne sei dem Schiff sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht, sagte Trump. Mehrere Aufrufe, sich zurückzuziehen, seien ignoriert worden.

Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif sagte dagegen, er habe keine Kenntnis über eine angeblich vom US-Militär zerstörte Drohne.

Laut US-Angaben sei die Drohne dagegen bis auf wenige Hundert Meter an das amphibische Angriffsschiff U.S.S. "Boxer" herangekommen. Das Schiff habe daraufhin eine "verteidigende Maßnahme" ergriffen, sagte Trump. Wie genau die Drohne unschädlich gemacht wurde, ist noch unklar. In einigen Quellen ist von einem Abschuss die Rede. Der US-Sender CNN zitiert hingegen einen namentlich nicht genannten US-Offiziellen, der vom Einsatz von Störsendern spricht, die das Flugobjekt unbrauchbar gemacht hätten.

"Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen des Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", so der US-Präsident. Andere Länder forderte er auf, das Vorgehen Irans zu verurteilen.

Die "Boxer" geriet vor einigen Jahren auch in Deutschland in die Schlagzeilen: Sie diente im Frühjahr 2009 als Operationsbasis für die deutschen Eliteeinheit GSG-9. Die 200 Polizisten sollten den vor Somalia von Piraten gekaperten Frachter "Hansa Stavanger" gewaltsam befreien. Die Aktion wurde aber in letzter Minute aus Sorge um die Sicherheit der Frachter-Besatzung abgesagt.

Immer wieder Zwischenfälle in der umstrittenen Meerenge

Im Golf von Oman hatte es im Juni mehrere Zwischenfälle mit Tankern gegeben. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind jedoch weiterhin unklar.

Kurz darauf hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne über dem Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen.


Anmerkung: In einer früheren Version war vom "Abschuss" der Drohne die Rede. Allerdings ist noch nicht offiziell bestätigt, wie genau das Flugobjekt unschädlich gemacht wurde. US-Präsident Donald Trump sprach davon, dass die Drohne "zerstört" worden sei. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

fek/mbe/dpa/Reuters/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.