SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

26. Juli 2013, 09:52 Uhr

Panne bei Manöver

US-Marine will Bomben am Great Barrier Reef bergen

Vier Bomben warfen amerikanische Jets über dem Naturwunder Great Barrier Reef ab. Die Aktion sorgte für Entsetzen in Australien. Nun sagte das US-Militär die Bergung der Sprengsätze zu - Umweltschäden wolle man beheben.

Washington - Die US-Marine hat die Bergung von vier Bomben zugesagt, die Kampfflugzeuge bei einer Übung über dem australischen Meeresschutzgebiet um das Great Barrier Reef abgeworfen hatten. "Die US-Streitkräfte sind sich ihrer professionellen Verantwortung bewusst, die Auswirkungen ihrer Übungen und Einsätze auf die Umwelt gering zu halten", erklärte am Freitag die siebte US-Flotte. Sie war an der Übung mit der australischen Marine vor der Küste des Bundesstaats Queensland beteiligt.

Man sei entschlossen, mögliche Umweltschäden zu beheben. Genauere Pläne werde man in Kürze bekannt gegeben, so die Marine in ihrer Erklärung.

Die US-Armee hatte zuvor bekanntgegeben, Harrier-Kampfflugzeuge hätten vier inaktive Bomben in dem Meeresschutzgebiet abgeworfen, weil sich in ihrem eigentlichen Zielgebiet in der Shoalwater Bucht zur Zeit der Übung mehrere zivile Boote befanden. Da ihr Sprit zur Neige ging und die Jets mit einer derart schweren Last nicht landen können, hätten sie sich entschlossen, die Bomben im Meer abzuwerfen.

Zunächst hatte es geheißen, die Bomben wären knapp neben einem Riff eingeschlagen. Dann wurde bekannt gegeben, dass sich die Bomben 30 Kilometer vom nächsten Riff entfernt befinden.

Politiker und Umweltschützer in Australien äußerten scharfe Kritik an den Amerikanern. Auch dass Militärmanöver überhaupt in Nähe eines Weltnaturerbes abgehalten werden, stieß auf Unverständnis. Das Great Barrier Reef sei ohnehin durch Schiffsverkehr, den Klimawandel und den Befall von Seesternen gefährdet.

Die US-Marine teilte mit, die nicht scharf gestellten Sprengsätze würden in einer Tiefe von 50 bis 60 Metern liegen und keine Gefahr für das Riff oder den Schiffsverkehr darstellen.

fab/AFP/Reuters

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung