Frauen beim Militär US-Marines stoppen Klimmzugtests für Soldatinnen

Auch beim Fitnesstest in der US-Marineinfanterie sollte Gleichberechtigung herrschen: Soldaten und Soldatinnen hätten ab 1. Januar die gleiche Zahl an Klimmzügen schaffen müssen. Die Regel wurde nun ausgesetzt - mehr als die Hälfte der Frauen schaffte keine drei Wiederholungen.
Soldatinnen beim Training in Parris Island, South Carolina: Regeln für Fitnesstests verändert

Soldatinnen beim Training in Parris Island, South Carolina: Regeln für Fitnesstests verändert

Foto: SCOTT OLSON/ AFP

Washington - Bei der Integration von Frauen in US-Elitekampfeinheiten gibt es neue Hindernisse. Die Marineinfanterie hat die zum Jahreswechsel geplante Einführung von Klimmzugtests für Soldatinnen zunächst ausgesetzt.

Eine Sprecherin begründete das am Donnerstag (Ortszeit) damit, dass etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen bei einem Training keine drei Klimmzüge geschafft habe, die Armee aber keine unüberwindbaren Hürden für Frauen schaffen wolle. Es sollten weitere Daten erhoben werden.

In einer Testgruppe des Marineinfanteristen-Ausbildungszentrums Parris Island im US-Bundesstaat South Carolina kam man zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der Frauen das Minimum von drei Klimmzügen nicht schafften - bei den Männern ist es nur jeder Hundertste. Vor dem Jahreswechsel hatte bereits ein Sender der US-Marines von dem Fall berichtet.

Die Klimmzüge hatten zum 1. Januar Teil eines Eignungstests werden sollen. Um bei den Tests die maximale Punktzahl zu erhalten, müssen männliche Soldaten mindestens 20 Klimmzüge schaffen. Frauen hätten acht für die Höchstpunktzahl genügt - das Minimum sollte aber für beide Geschlechter bei drei liegen.

Neue Wahlmöglichkeiten für Frauen

Nun sollen Soldatinnen eine weitere Wahlmöglichkeit erhalten: Diejenigen, die nicht die Klimmzüge machen wollen, haben die Option, ihr Kinn 15 Sekunden am Stück über einer Reckstange zu halten - also eine Art Klimmzug im Stillstand.

Die Tests stehen in den USA unter besonderer öffentlicher Beobachtung, seit der frühere Verteidigungsminister Leon Panetta vor knapp einem Jahr ein generelles Verbot für Frauen, in Kampftruppen zu dienen, aufhob. Soldatinnen sollen in solchen Einheiten ab dem Jahr 2016 eingesetzt werden können.

Die etwa 205.000 Soldatinnen machen knapp 15 Prozent der US-Streitkräfte aus - bei den Marines liegt ihr Anteil bei nur sechs Prozent. Bislang durften sie laut einer Regelung aus dem Jahr 1994 nicht in Infanterie- oder Panzertruppen kämpfen, sondern dienten vor allem in unterstützenden Einheiten.

fab/AFP