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"Sea Hunter" USA testen weltgrößtes unbemanntes Kriegsschiff im Pazifik

Vor Kalifornien kreuzt jetzt ein unbemanntes, 40 Meter langes Kriegsschiff. Die "Sea Hunter" ist ein Projekt des US-Militärs, das die komplette Schifffahrt verändern könnte.

Der Versuch könnte nicht nur Marinemanöver, sondern die Schifffahrt generell revolutionieren: Das US-Militär hat das größte unbemannte Schiff der Welt präsentiert. Die "Sea Hunter" ist etwa 40 Meter lang und kann Tausende Seemeilen weit ohne ein einziges Crewmitglied an Bord fahren.

Die "Sea Hunter" legte am Montag in San Diego ab, in den kommenden Tagen sollen die ersten Tests beginnen. Dabei gehe es vor allem um die Fähigkeit des unbemannten Schiffes, Kollisionen zu vermeiden, sagte ein Armeesprecher. Die Tests an der kalifornischen Küste sind auf zwei Jahre angelegt. Sollten sie erfolgreich verlaufen, könnten künftig auch Frachtschiffe so von Land zu Land geschickt werden.

Programmleiter Scott Littlefeld sagte, das Schiff werde nicht ferngesteuert, sondern bekomme die Route vorgegeben, die es dann abfahre. "Für unsere Militärmanöver brauchen wir unbemannte Schiffe, um die Missionen zu unterstützen, ohne dabei Menschen in Gefahr zu bringen", sagte ein Armeesprecher. Es sei möglich, die Schiffe sicher vor Hacker-Angriffen zu machen.

Europäische und asiatische Länder haben ebenfalls schon versucht, unbemannte Schiffe zu entwickeln, um Kosten niedrig halten zu können. Es wird aber diskutiert, ob diese Schiffe sicher genug seien, um ohne Zwischenfälle an ihr Ziel zu kommen.

Kritik kommt von der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, die Hunderttausende Seefahrer weltweit repräsentiert: Sie argumentiert, die Technologie könne menschliche Vorahnung und Reaktionsfähigkeit nicht nachahmen.

vks/AP