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17. November 2003, 11:57 Uhr

US-Offensive im Irak

Auf den Eisenhammer folgt der Wirbelsturm

Nach der Aktion "Iron Hammer" will die US-Armee im Irak noch härter zuschlagen. In der Operation "Efeu Zyklon" führte sie in der vergangenen Nacht einen massiven Schlag gegen den irakischen Widerstand in Saddams Heimatstadt Tikrit.

Irak: US-Razzia in Bagdad
AP

Irak: US-Razzia in Bagdad

Bagdad - Der Aufwand war groß - die Beute gering. In der größten Razzia seit Beginn des Irakkriegs haben US-Truppen einen Bagdader Stadtteil der Mittelklasse durchkämmt und Häuser durchsucht. Ihre vordringlichste Aufgabe: Waffen und Sprengstoff aufzuspüren, mit denen der irakische Widerstand Anschläge auf öffentliche Einrichtung und die Besatzungsmächte verübt. Gefunden haben die Soldaten wenig was von militärischem Wert gewesen wäre.

Dafür nahmen sie in Ramadi, westlich von Bagdad, Kazim Mohammed Faris fest. Er wird verdächtigt, ein führender Kopf von Saddams Feddayin-Truppe zu sein. Er soll für Bombenanschläge verantwortlich sein und Hinterhalte gelegt haben, in denen US-Soldaten ums Leben kamen.

Tikrit unter amerikanischem Mörser-Beschuss
AP

Tikrit unter amerikanischem Mörser-Beschuss

Während der von Kampfhubschraubern unterstützten Offensive "Ivy Cyclone" ("Efeu Zyklon") in Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit erhellte Panzer- und Granatfeuer die ganze Nacht über den Himmel. Die Operation der 4. Infantrie-Division und der Spezialeinheit "Eisernes Pferd" hat das Ziel, den Widerstand im Zentral- und Nordirak zu schwächen. In der Stadt Ad Dwar, nördlich von Tikrit, bombardierten die Angreifer mehrere Häuser und legten sie in Schutt und Asche. Bereits in den vergangenen Nächten gingen US-Soldaten in der Operation "Iron Hammer" ("Eiserner Hammer") gegen mutmaßliche Widerstandskämpfer vor.

Das amerikanische Zentralkommando teilte mit, es habe sich auch jetzt um Angriffe gegen frühere Regime-Anhänger, gegen "ausländische Kämpfer und andere Extremisten" sowie "subversive Elemente" gehandelt als Reaktion auf den Abschuss eines US-Helikopters am 7. November. Die US-Artillerie nahm auch eine angeblich verlassene Sommerresident des Saddam-Vertrauten Izzat Ibrahim al-Duri, der Nummer sechs unter den 55 meist gesuchten Irakern, unter Beschuss.

Ein Militärsprecher sagte, die Offensive diene dazu, die Iraker wissen zu lassen, dass die alliierten Truppen keine Angriffe gegen sie dulden werden.

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