US-Offensive im Irak Widerstand gegen den "Matador"

Mit rund 1000 Marineinfanteristen ist die Operation "Matador" die größte Offensive der USA im Irak seit dem Sturm auf die Islamisten-Hochburg Falludscha. Doch die amerikanischen Soldaten stoßen auf mehr Widerstand als erwartet.


US-Soldaten in der irakischen Stadt Mossul: Operation "Matador" stockt
AFP

US-Soldaten in der irakischen Stadt Mossul: Operation "Matador" stockt

Bagdad - Die Aufständischen seien besser ausgebildet und besser organisiert als anderswo im Irak, sagte US-Kommandeur Stephan Davis dem US- Nachrichtensender CNN. Sie verfügten über moderne Waffen, Körperschutz und gut ausgebaute Verteidigungspositionen. "Sie sind hergekommen, um zu sterben", beschrieb ein Kommandeur die Kampfmoral. "Alles was sie wollen, ist, uns mit in den Tod zu nehmen."

Am vierten Tag der US-Militäroffensive in der Region nahe der syrischen Grenze bargen Sanitäter in Al-Kaim die Leichen von 15 Zivilisten. Unter den Toten seien auch mehrere Kinder, berichtete ein Arzt des örtlichen Krankenhauses. Der Staatssender Al-Irakija berichtete, bisher seien bei den Gefechten rund um Al-Kaim etwa 100 Aufständische getötet worden, die im Verdacht stehen zur Terrororganisation von Abu Mussab al-Sarkawi zu gehören.

Die Operation "Matador" ist mit rund 1000 Marineinfanteristen die größte Offensive der Amerikaner im Irak seit dem Sturm auf die Islamisten-Hochburg Falludscha im vergangenen Herbst.

Die Welle der Gewalt im Irak lässt sich offenbar nicht beenden. Bei Anschlägen im Nordirak und in der Hauptstadt Bagdad wurden gestern erneut mehr als 70 Menschen getötet und etwa 140 verletzt. Innerhalb von zwei Wochen starben damit mehr als 400 Menschen.

In der arabischen Enklave Howeidscha bei Kirkuk im kurdischen Norden sprengte sich ein Attentäter vor einem Rekrutierungsbüro der Armee mit einem Sprengstoffgürtel inmitten der Freiwilligen in die Luft. Nach Angaben des Provinzgouverneurs Abdul Rahman Mustafa kamen 32 Menschen ums Leben, 33 wurden schwer verletzt. Die Polizei berichtete, nach dem Anschlag habe ein Heckenschütze einen US- Soldaten erschossen, der zusammen mit Irakern den Tatort sicherte.

Bei einem Autobombenanschlag in der nordirakischen Stadt Tikrit wurden mindestens 28 Zivilisten getötet und 70 verletzt. Aus Polizeikreisen hieß es, der Täter habe den Sprengsatz per Fernbedienung um 6.30 Uhr neben einem Versammlungsort für Arbeiter gezündet. Arabische Nachrichtensender berichteten, der Attentäter habe ursprünglich eine Polizeistation treffen wollen. Auch in Bagdad explodierten mehrere Autobomben. Dabei kamen nach Augenzeugen- und Medienberichten etwa ein Dutzend Zivilisten ums Leben.



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