US-Politik Bush droht Iran und warnt Nordkorea

US-Präsident George W. Bush hat Iran mit schärferen Sanktionen gedroht, soll das Land im Atomstreit nicht nachgeben. Die amerikanische Regierung schickte auch eine Warnung nach Nordkorea: Ein Raketentest würde als Provokation angesehen.


King's Point - "Wenn die iranische Führung unser Angebot ablehnt, wird der Fall vor den Sicherheitsrat gebracht, der Iran international noch stärker isoliert, und es wird schrittweise schärfere politische und wirtschaftliche Sanktionen geben", sagte Bush in King's Point im US-Bundesstaat New York.

"Wenn die iranische Führung Frieden, Wohlstand und eine bessere Zukunft für ihr Volk möchte, sollten sie unser Angebot annehmen, sämtliche Ambitionen zur Herstellung von Atomwaffen aufgeben und ihre internationalen Verpflichtungen einhalten", sagte Bush an der Handelsmarineakademie King's Point.

Die USA und ihre Partner seien "vereint", fügte er hinzu. Das Angebot der fünf Uno-Vetomächte und Deutschlands sei "vernünftig" und eine "historische Gelegenheit" für die iranische Regierung, "ihr Land auf einen besseren Kurs zu bringen".

Bush zeigte Verständnis für den "legitimen Wunsch" der Iraner, zivile Atomenergie zu nutzen, solange diese "mit echten internationalen Schutzmechanismen einhergehen". Der US-Präsident äußerte sich einen Tag vor seiner Teilnahme am EU-USA-Gipfel in Wien, auf dem Iran ein zentrales Thema sein wird.

Das iranische Fernsehen zitierte Präsident Mahmud Ahmadinedschad heute mit den Worten, Teheran wolle einen "gerechten und gleichberechtigten Dialog ohne Vorbedingungen". Ein Gegenvorschlag zum internationalen Verhandlungsangebot sei "in Arbeit".

Auch Nordkorea erhielt eine Warnung aus Washington. "Es gibt Informationen in der Presse, wonach sie den Abschuss einer Langstreckenrakete planen", sagte Pentagon-Sprecher Bryan Whitman. "Die amerikanische Regierung konsultiert ihre Partner in der Region und hat klargemacht, dass ein Raketentest ein provokanter Akt wäre."

Der US-Botschafter in Japan, Thomas Schieffer, hatte zuvor gesagt, ein Raketentest durch Nordkorea wäre ein "sehr, sehr ernstes Problem", das vor den Sicherheitsrat gebracht werden könnte. Er drohte auch mit neuen Sanktionen gegen die regierung in Pjöngjang.

Auch Japan hatte den Ton gegenüber dem stalinistischen Land weiter verschärft. Regierungschef Junichiro Koizumi drohte mit schwer wiegenden Konsequenzen, sollte Nordkorea seine Vorbereitungen für einen Test fortsetzen. Japanischen Medien zufolge steht Nordkorea kurz vor dem Abschuss einer Taepodong-2-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 6000 Kilometern, die das Festland der USA erreichen könnte.

als/AFP



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