Obamas Attacke gegen Republikaner Zu rechts für Ronald Reagan

US-Präsident Obama hat sich in den Wahlkampf eingeschaltet und die Republikaner frontal angegriffen. In einer Rede warf er ihnen Sozialdarwinismus vor, versteckt unter dem Deckmantel radikaler Sparpläne.

Scharfe Kritik an republikanischen Sparplänen: Obama während seiner Rede am Dienstag
AP

Scharfe Kritik an republikanischen Sparplänen: Obama während seiner Rede am Dienstag


Washington - Bislang hatte sich US-Präsident Barack Obama mit direkten Angriffen auf seine politischen Gegner zurückgehalten - er ließ die parteiinternen Duelle der republikanischen Präsidentschaftskandidaten wirken.

Gut ein halbes Jahr vor den Wahlen scheint die Zeit des Abwartens vorüber: US-Präsident Barack Obama nahm die Republikaner in einer Rede vor Zeitungsverlegern in Washington frontal unter Beschuss.

Die Partei verfolge eine "radikale Vision" für die Nation und habe sich so weit nach rechts bewegt, dass selbst die einstige Symbolfigur Ronald Reagan heute keine republikanische Vorwahl mehr gewinnen könne, sagte Obama.

Außerdem warf er den Republikanern Sozialdarwinismus vor: Bei den Sparplänen der Konservativen handele es sich um ein "trojanisches Pferd". In Wirklichkeit gehe es ihnen darum, die Gesellschaft radikal zu verändern, sagte Obama. Seine politischen Gegner würden Sozialprogramme radikal kürzen, zugleich aber Steuervorteile der Reichen nicht antasten wollen. Dies gehe auch auf Kosten des Mittelstandes.

Namentlich kritisierte der US-Präsident den Multimillionär und Ex-Gouverneur Mitt Romney, der als aussichtsreichster Kandidat der Republikaner gilt. Obama greift ihn in seinem neuesten Wahlwerbespot als Unterstützer von "Big Oil" an, der mächtigen Ölindustrie.

Romney konterte prompt: Nach den vergangenen drei Jahren sei eine Lektion über verantwortliche staatliche Ausgaben das letzte wozu Präsident Obama qualifiziert sei, sagte eine Sprecherin des Kandidaten. Die Republikaner werfen Obama vor, er sei verantwortlich für die lahmende US-Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit.

usp/Reuters/AP/dpa

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Seite 1
Steve Holmes 04.04.2012
1.
Obama kann eigentlich nur hoffen dass seine unbeliebten Gesetze, z.B. die Gesundheitsreform, am Supreme Court scheitern. Ohne diesen Ballast hat er gute Chancen im Wahlkampf weil er persönlich immer noch beliebter ist als Romney.
Revisor 04.04.2012
2. Wie gehabt
Zitat von sysopAPUS-Präsident Obama hat sich in den Wahlkampf eingeschaltet und die Republikaner frontal angegriffen. In einer Rede warf er ihnen Sozialdarwinismus vor, versteckt unter dem Deckmantel radikaler Sparpläne. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,825616,00.html
Der Artikel enthält 120 Wörter für die direkte Darstellung von Obamas Kritik, mit den bekannten – auch bei unserer Linken so beliebten - Diffamierungsklischees wie "Sozialdarwinismus", konservative Sparpläne als "trojanisches Pferd" zwecks radikaler Veränderung der Gesellschaft, "Steuervorteile der Reichen", "Unterstützer von 'Big Oil'". Dagegen stehen 42 Wörter für die Argumente Romneys mit eher harmlosen Ausdrücken wie "lahmende US-Konjunktur" und "hohe Arbeitslosigkeit". Tatsächlich hat Romney durchaus deutlicher formuliert und Obama Realitätsferne und Wirtschaftsfeindlichkeit vorgeworfen, auch festgestellt, daß die Arbeitsplatzverluste unter Obama die höchsten sind seit der großen Depression. Derart deutlich und ausgewogen soll die Kritik am Präsidenten aber nicht herüberkommen, sonst könnte ja ein Leser vergessen, wer die Bösen sind und wer die Lichtgestalt. So macht Journalismus Spaß.
Revisor 04.04.2012
3. Beliebtheit
Zitat von Steve HolmesObama kann eigentlich nur hoffen dass seine unbeliebten Gesetze, z.B. die Gesundheitsreform, am Supreme Court scheitern. Ohne diesen Ballast hat er gute Chancen im Wahlkampf weil er persönlich immer noch beliebter ist als Romney.
Augenblicklich liegt das Rating Obamas im Durchschnitt der Umfragen bei 48% gegen 46,5% zu seinen Gunsten. Das ist so berauschend nicht. (Man kann natürlich auch nur die vorteilhafteren Umfragen heranziehen, wenn man daran Interesse hat.) Romneys Rating ist tatsächlich zur Zeit nicht besonders. Dazu hat der äußerst unerfreuliche Kandidatenwahlkampf beigetragen. Ist der vorbei, werden sich die meisten Konservativen, die Romney jetzt skeptisch sehen, auch zu ihm bekennen. Und dann sieht hoffentlich alles anders aus.
Steve Holmes 04.04.2012
4.
Zitat von RevisorAugenblicklich liegt das Rating Obamas im Durchschnitt der Umfragen bei 48% gegen 46,5% zu seinen Gunsten. Das ist so berauschend nicht. (Man kann natürlich auch nur die vorteilhafteren Umfragen heranziehen, wenn man daran Interesse hat.) Romneys Rating ist tatsächlich zur Zeit nicht besonders. Dazu hat der äußerst unerfreuliche Kandidatenwahlkampf beigetragen. Ist der vorbei, werden sich die meisten Konservativen, die Romney jetzt skeptisch sehen, auch zu ihm bekennen. Und dann sieht hoffentlich alles anders aus.
Obamas Rating leidet natürlich darunter dass er mit der so unbeliebten Gesundheitsreform in Verbindung gebracht wird. Daher kann er nur davon profitieren falls der Supreme Court sein wichtigstes Projekt zu Fall bringt.
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