Zuspitzung des Konflikts Trump droht Iran mit "Auslöschung"

Beleidigungen, Drohungen - und was dann? US-Präsident Donald Trump und sein iranischer Kollege Hassan Rohani verschärfen ihre Eskalationsrhetorik. Beide sprechen von Krieg - falls der jeweils andere anfängt.

US-Präsident Donald Trump
Mandel Ngan / afp

US-Präsident Donald Trump


Der Ton zwischen den USA und Iran wird immer schärfer - bis hin zu gegenseitigen Angriffsdrohungen. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die jüngsten Aussagen seines iranischen Kollegen Hassan Rohani als "ignorant und beleidigend". Die Führung in Teheran habe kein Verständnis für die Realität.

Trump kündigte an, dass die USA mit "überwältigender Stärke" zurückschlagen würden, sollte es einen Angriff Irans auf "irgendetwas Amerikanisches" geben. In einigen Bereichen könne dies auch die "Auslöschung" bedeuten.

Nach Angaben der Iranischen Studenten-Nachrichten-Agentur (ISNA) hat Rohani am Dienstag in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron klargestellt, dass er keinen Krieg mit den Vereinigten Staaten wolle. Doch Iran werde sich auch keine Aggressionen der USA gefallen lassen.

"Wenn die Amerikaner wieder unbefugt in den iranischen Luftraum oder die iranischen Hoheitsgewässer eindringen wollen, ist die iranische Armee dazu verpflichtet, sich ihnen entgegenzustellen, und es wird zu entscheidenden Schlachten kommen", soll Rohani zu Macron gesagt haben.

"Die Amerikaner haben allen geschadet"

Grund für die aktuelle Eskalation war der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die iranische Luftabwehr. Trump behauptete daraufhin, einen militärischen Gegenschlag kurzfristig gestoppt zu haben. Stattdessen verhängten die USA neue Sanktionen gegen Iran. Rohani, der auf die Aufhebungen der Sanktionen dringt, bezeichnete diesen Schritt als "unverschämt und ein Zeichen geistiger Behinderung".

Zudem warf Rohani Trump vor, nicht an einem Dialog interessiert zu sein. Gegenüber Macron soll der iranische Präsident erneut betont haben, dass die USA durch die einseitige Aufkündigung des internationalen Atomabkommens im Mai 2018 für die Destabilisierung in der Region verantwortlich seien. "Die Amerikaner haben mit ihrem einseitigen Ausstieg allen geschadet, auch ihrem eigenen Volk", soll Rohani gesagt haben.

Laut dem iranischen Präsidenten wird sein Land in Bezug auf das Abkommen "nichts unternehmen, was wir nicht rückgängig machen können". Sofern die verbliebenen Vertragspartner China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland ihre Verpflichtungen einhielten, "werden wir voll und ganz wieder zum Deal zurückkehren", versprach Rohani.

mmm/dpa/afp

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