Einladung Obamas an Romney Versöhnungslunch im Weißen Haus

Er darf jetzt also auch einmal ins Weiße Haus - wenn auch nur für ein Mittagessen: Wahlverlierer Mitt Romney hat für Donnerstag eine Einladung von US-Präsident Barack Obama erhalten. Der Demokrat hatte nach der Wahl angekündigt, sich mit dem Republikaner treffen zu wollen.

Romney und Obama (bei einer Wahlkampfdebatte im Oktober): Treffen im Weißen Haus
REUTERS

Romney und Obama (bei einer Wahlkampfdebatte im Oktober): Treffen im Weißen Haus


Washington - Weißes Haus, Private Dining Room, dort werden sich am Donnerstag also die beiden Männer treffen, die sich monatelang unversöhnlich gegenüberstanden: US-Präsident Barack Obama und Mitt Romney, der die Präsidentschaftswahl gegen den Demokraten verloren hatte.

"Gouverneur Romney wird ein privates Mittagessen im Private Dining Room des Weißen Hauses mit Präsident Obama haben", erklärte jetzt ein Sprecher des Weißen Hauses.

Kurz nach der Wahl hatte Obama erklärt, dass er auf ein Treffen mit seinem Kontrahenten bis zum Ende des Jahres hoffe. Es gehe darum, "sich zusammenzusetzen und zu reden", hatte Obama erklärt.

Es geht also um versöhnlich Töne zwischen den beiden Männern, die sich im Wahlkampf eine harte Auseinandersetzung geliefert hatten. Das erste Treffen der beiden Politiker seit der Wahl am 6. November findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Obama hatte die Präsidentschaftswahl überraschend klar gewonnen, nachdem Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt hatten. Der Präsident sicherte sich in den Bundesstaaten 332 Wahlmännerstimmen, Romney kam nur auf 206 Wahlmänner. Auch beim landesweiten Stimmenanteil lag Obama mit 51 Prozent vorne, Romney erhielt dagegen 48 Prozent.

Der Republikaner hatte nach seiner Niederlage mit verbitterten Äußerungen für Unverständnis auch in der eigenen Partei gesorgt. In einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf hatte Romney US-Medien zufolge erklärt, Obama habe die Wahl nur mit "Geschenken" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen.

Der Präsident hatte in seiner ersten Pressekonferenz nach der Wahl seinem Kontrahenten eine Zusammenarbeit angeboten. "Es gibt bestimmte Aspekte in der politischen Bilanz von Gouverneur Romney, die sehr hilfreich sein könnten", sagte Obama. "Er hat einige Ideen im Wahlkampf vorgestellt, mit denen ich tatsächlich übereinstimme."

Der Präsident steht in seiner zweiten Amtszeit vor der Herausforderung, die tiefen Gräben zwischen seiner Demokratischen Partei und den Republikanern zu überwinden. Der Dauerstreit zwischen beiden Lagern lähmt die Politik in Washington. Eines der zentralen Themen: der Haushaltskonflikt. Wenn sich Demokraten und Republikaner nicht rasch auf einen langfristigen Plan zum Schuldenabbau verständigen, wird das Budget Anfang 2013 automatisch mit der Rasenmähermethode gekürzt. Zeitgleich laufen etliche Steuernachlässe aus, so dass die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession zurückfallen dürfte.

John Boehner, republikanischer Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, signalisierte jetzt Kompromissmöglichkeiten in den Haushaltsverhandlungen mit Obama. Zwar wiederholte Boehner am Mittwoch seine Position, wonach er gegen eine Anhebung von Einkommensteuern ist. Er äußerte aber Bereitschaft, grundsätzlich über das Thema Staatseinnahmen zu sprechen. Voraussetzung sei allerdings, dass zugleich auch spürbare Ausgabenkürzungen vereinbart werden. Boehner sagte, er sei optimistisch, dass eine Einigung mit Obama erzielt und eine Krise verhindert werden könne.

An den Aktienmärkten sorgten Boehners Äußerungen für Erleichterung. Die US-Börsen grenzten ebenso wie der Dax ihre Verluste ein.

hen/Reuters/AFP

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Atheist_Crusader 28.11.2012
1.
Och, Obama, Du verschwendest deine Zeit. Es ist vollkommen egal was Du tust, oder wie sehr Du dich bemühst, dass die Leute dich mögen. Manche Leute in diesem Land hassen dich einfach, und da kann man mit realen Gesten wenig ändern. Für die Menschen, die nichts als die konservativen Medien haben, bist Du ein Amerika-hassender Sozialisten-Moslem, der seine Marschbefehle von Saul Olinsky entgegennimmt (noch aus dem Grab heraus), der die Steuern für die einfachen Bürger erhöht hat, durchs Ausland tourt um sich für sein Land zu entschuldigen und den Leuten ihre Waffen wegnehmen will. Nichts davon trifft zu, aber manche Leute interessieren halt keine Fakten. Du bist ein Schwarzer und ein Demokrat. Das ist Grund genug für viele Leute, dich zu hassen. Kümmer dich doch lieber darum, deine Versprechen gegenüber deinen Wählern einzuhalten und verschwende deine zeit nicht mit bigotten Sturköpfen, die ihre Ansichten sowieso nie ändern werden.
Joshua Philgarlic 28.11.2012
2.
Leider ist Obama nun mal auf diese bigotten Sturköpfen angewiesen, wenn er seine Politik auch nur ansatzweise umsetzen will. So ist das nun mal in einem Zwei-Parteien-System - leider.
mundi 28.11.2012
3. So etwas ist bei uns undenkbar
Zitat von sysopREUTERSEr darf jetzt also auch einmal ins Weiße Haus - wenn auch nur für ein Mittagessen: Wahlverlierer Mitt Romney hat für Donnerstag eine Einladung von US-Präsident Barack Obama erhalten. Der Demokrat hatte nach der Wahl angekündigt, sich mit dem Republikaner treffen zu wollen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-laedt-romney-ins-weisse-haus-ein-a-869848.html
Obama hat nach seiner ersten Wahl den amtierende Verteidigungsminister von den Republikanen übernommen. Er war einfach gut. In Deutschland hätte Frau Merkel Steinbrück im Amt belassen können, denn er war auch gut eingearbeitet. So etwas ist bei uns undenkbar. Schade!
to5824bo 28.11.2012
4. Guten Appetit!
Zitat von sysopREUTERSEr darf jetzt also auch einmal ins Weiße Haus - wenn auch nur für ein Mittagessen: Wahlverlierer Mitt Romney hat für Donnerstag eine Einladung von US-Präsident Barack Obama erhalten. Der Demokrat hatte nach der Wahl angekündigt, sich mit dem Republikaner treffen zu wollen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-laedt-romney-ins-weisse-haus-ein-a-869848.html
Romney darf zwar nur einmal in Weiße Haus, aber die Qualität des Lunchs und der Weinkarte wird ihn sicherlich versöhnlich stimmen. Wohl bekomm's!
to5824bo 28.11.2012
5.
Zitat von mundiObama hat nach seiner ersten Wahl den amtierende Verteidigungsminister von den Republikanen übernommen. Er war einfach gut. In Deutschland hätte Frau Merkel Steinbrück im Amt belassen können, denn er war auch gut eingearbeitet. So etwas ist bei uns undenkbar. Schade!
Das liegt aber auch daran, dass sich Demokraten und Republikaner in manchen Fragen ziemlich einig sind, und zum anderen daran, dass ein Minister dort viel befreiter von Partei- und Fraktionsräson agieren kann.
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