Antrittsrede vor dem Capitol Obama ruft Nation zur Einigkeit auf

Hunderttausende jubeln ihrem Präsidenten zu - und der beschwört die Einigkeit der Nation: Barack Obama ist vor dem Kapitol vereidigt worden. In einer Rede machte er sich für die Rechte von Minderheiten stark. Zugleich versprach er einen Ausweg aus der Krise, der aber harte Maßnahmen fordere.

Bewegender Moment: US-Präsident Obama ist vor dem Kapitol in Washington vereidigt worden
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Bewegender Moment: US-Präsident Obama ist vor dem Kapitol in Washington vereidigt worden


Washington - Die Salutschüsse donnern über den Vorplatz des mit Sternenbannern behangenen Kapitols, und binnen Sekunden erhebt sich ein Meer aus amerikanischen Flaggen. Barack Obama hat in Washington öffentlich seinen Amtseid abgelegt - und die Nation in einer getragenen Rede zur Einigkeit aufgerufen.

"Eine Dekade des Krieges endet, eine ökonomische Erholung hat begonnen", sagte der US-Präsident nach der Vereidigung. Die Amerikaner müssten in dieser Zeit des Aufbruchs zusammenstehen: "Wir haben immer verstanden, dass wir uns ändern müssen, wenn die Zeiten sich ändern", sagte Obama und fügte hinzu: "Wir werden diesen Moment nutzen - und wir werden ihn gemeinsam nutzen."

Während der Ansprache wurde der US-Präsident immer wieder von anhaltendem Jubel unterbrochen. Hunderttausende hatten sich auf dem Vorplatz des Kapitols versammelt, etliche schon seit dem frühen Morgen auf Obamas öffentliche Vereidigung gewartet. Offiziell hatte Obama den Amtseid schon am Vortag abgelegt. Weil der 20. Januar - traditioneller Tag des Amtsbeginns - jedoch diesmal auf einen Sonntag fiel, wurde die Zeremonie noch einmal für die Öffentlichkeit wiederholt

Beim Amtseid legte Obama die Hand auf zwei Bibeln. Eine stammt von seinem großen Vorbild, dem ehemaligen Präsidenten Abraham Lincoln (1809-1865), der die Sklaverei in den USA beendete. Die andere Bibel gehörte dem 1968 ermordeten Bürgerrechtler Martin Luther King, dessen Gedenken an diesem Montag gefeiert wird.

In einer nur 18 Minuten langen Ansprache rief Obama anschließend die Amerikaner zu Solidarität und Gemeinsinn auf. "Freiheit darf nicht auf die Glücklichen, Zufriedenheit auf die Wenigen begrenzt sein", sagte der US-Präsident. Die Vereinigten Staaten könnten nicht erfolgreich sein, wenn es einer schrumpfenden Minderheit gutgehe, während sich eine wachsende Mehrheit kaum über Wasser halten könne. "We, the people" - wir, das Volk -, immer wieder kam Obama auf diese kurze Formel zurück.

Er sagte aber auch: "Wir müssen harte Entscheidungen treffen". Er beschreibt die großen Aufgaben, die er sich für seine zweite Amtszeit vorgenommen hat: Kampf gegen Klimawandel, auch durch den Umstieg auf erneuerbare Energien, mehr soziale Gerechtigkeit, Erholung der Wirtschaft, Unterstützung für Demokratien auf der ganzen Welt.

"Amerika wird der Anker von starken Bündnissen in jeder Ecke der Welt bleiben", sagte der Präsident. Mit Blick auf den Abzug der US-Truppen aus dem Irak und dem endenden Afghanistan-Einsatz fügte er hinzu: "Nachhaltige Sicherheit und dauerhaften Frieden erfordern keinen immerwährenden Krieg."

Als erster US-Präsident sprach er während der Ansprache nach dem Amtseid explizit die Rechte von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und erklärte, dass der Weg Amerikas nicht beendet sei "so lange unsere homosexuellen Brüder und Schwestern nicht vor dem Gesetz behandelt werden wie jeder andere". Zudem warb Obama für eine offene Immigrationspolitik und eine geregelte Alters- und Gesundheitsvorsorge.

"Wir müssen aktiv werden, und wir müssen für die Zukunft arbeiten", sagte er - für die Menschen, "die hier in vier Jahren, in acht Jahren oder vielleicht in hundert Jahren stehen".

usp/dpa/dapd/AFP



insgesamt 2 Beiträge
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Gerd Weghorn 21.01.2013
1. The Same Procedure As Every Year?
Zitat von sysopAFPHunderttausende jubeln ihrem Präsidenten zu - und der beschwört die Einigkeit der Nation: Barack Obama ist vor dem Kapitol vereidigt worden. In einer Rede machte er sich für die Rechte von Minderheiten stark. Zugleich versprach er den Amerikanern einen Ausweg aus der Krise. Der aber fordere harte Maßnahmen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-praesident-obama-ruft-nach-vereidigung-nation-zur-einigkeit-auf-a-878885.html
Ich finde menen Beitrag vom 7. Juni 2009 immer noch diskussionswürdig: OBAMA: DER SOZIALISMUS DER OBEREN ZEHNTAUSEND Der Sozialismus der Oberen Zehntausend « wirklich denken können (http://profiprofil.wordpress.com/2009/06/07/der-sozialismus-der-oberen-zehntausend/)
zabbaru 21.01.2013
2. Einer der wohl intelligentesten Präsidenten
die dieses Land wohl jemals hervorgebracht hat und der mit offenem Blick die Zukunft sieht. Es ist schon ärgerlich, wenn man beobachtet, mit welch traurigen, ewig gestrigen Gestalten der Republikaner er sich im Senat herumschlagen muss.
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