US-Präsidentschaft Barbara Bush zweifelt an Palins Qualitäten

Das war deutlich. Die ehemalige First Lady der USA, Barbara Bush, sieht Sarah Palin nicht im Weißen Haus. Die Tea-Party-Ikone sei schön. Aber: "Ich hoffe, sie bleibt in Alaska."

Politikerin Palin: Ambitionen in Richtung Washington
AFP

Politikerin Palin: Ambitionen in Richtung Washington


Washington - Mit der Unterstützung der Ehefrau von Ex-US-Präsident George Bush kann Sarah Palin nicht rechnen. Ganz im Gegenteil. In einem CNN-Interview mit Larry King, das am Montagabend in den USA ausgestrahlt werden soll, plaudert die ehemalige First Lady Barbara Bush aus dem Nähkästchen. Sie habe einmal neben Palin gesessen. Sie sei schön und scheine sehr glücklich in Alaska zu sein. "Ich hoffe, sie bleibt da", fügte die Frau des ehemaligen Präsidenten George Bush senior unverblümt hinzu. Palin erwägt, 2012 für die Präsidentschaft zu kandidieren.

Die erzkonservative Palin fasst immer konkreter eine Kandidatur gegen Präsident Barack Obama ins Auge und rechnet sich dabei durchaus Chancen aus. Dem US-Fernsehsender ABC sagte die einstige republikanische Vizepräsidentschafts-Bewerberin kürzlich auf die Frage, ob sie Obama 2012 schlagen könne: "Ich denke doch." Zu einer möglichen Bewerbung um das Weiße Haus sagte die ehemalige Gouverneurin von Alaska, sie versuche herauszufinden, "ob es gut für das Land, für die Debatte, für meine Familie" wäre, wie ABC vorab berichtete. Das Interview soll am 9. Dezember ausgestrahlt werden.

In einem Interview des "New York Times Magazine" wurde Palin sogar noch deutlicher. Auf die Frage, ob sie für 2012 eine Kandidatur in Erwägung ziehe, sagte sie: "Das tue ich." Sie stecke gerade "in offenen, internen Beratungen und Diskussionen mit meiner Familie, weil meine Familie hier der wichtigste Aspekt ist".

Schon Ende Oktober hatte Palin zu der Frage einer Kandidatur in einem anderen Fernsehinterview gesagt: "Wenn es keinen anderen gibt, der es tut, dann denke ich, dass wir es tun sollten." Sollte es aber einen Bewerber geben, "der den Job kann", habe er ihre volle Unterstützung.

Palin machte zuletzt in den USA mit einer eigenen Reality-Fernsehshow von sich reden. In der Serie "Sarah Palins Alaska" stellt die 46-Jährige ihr Alltagsleben mit Ehemann Todd und ihren fünf Kindern dar - und präsentiert dabei zugleich ihren Heimatstaat. Kritiker in den US-Medien bezeichneten die Show am Tag nach der Ausstrahlung der ersten Folge am Sonntag als "harmloses Reisetagebuch" und als "Teil einer großangelegten Werbekampagne" in Palins Streben nach einer eigenen Präsidentschaftskandidatur.

anr/dapd



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