US-Präsidentschaftswahl 2012 Rick Perry will Obama herausfordern

Die Riege republikanischer Bewerber um das Präsidentenamt wächst um einen aussichtsreichen Aspiranten: Rick Perry hat offiziell seine Kandidatur bekanntgegeben. Der 61-jährige Gouverneur von Texas gilt als erzkonservativ - und Feind des Politikbetriebs in Washington.
Rick Perry: Erzkonservativer Evangelikaler - und aussichtsreicher Kandidat

Rick Perry: Erzkonservativer Evangelikaler - und aussichtsreicher Kandidat

Foto: David J. Phillip/ AP

Charleston/Washington - Der Vorgänger in seinem aktuellen Amt war ein gewisser George W. Bush: Der texanische Gouverneur Rick Perry hat am Samstag offiziell seine Kandidatur für die Republikaner bekanntgegeben. Dem 61-Jährigen werden gute Chancen eingeräumt, sich gegen seine innerparteilichen Konkurrenten durchzusetzen und tatsächlich zum Herausforderer des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama zu werden.

Bei einer Rede vor Konservativen in Charleston im Bundesstaat South Carolina stieg Perry verbal bereits voll in den Wahlkampf ein. Immer wieder von Jubel unterbrochen griff er, ein Vertreter der religiösen Rechten, Obama massiv an. Insbesondere ging er mit der Wirtschaftspolitik des Präsidenten ins Gericht, prangerte die hohe Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit an. "Es ist Zeit, den Leuten im Weißen Haus die Entlassungspapiere zu geben", sagte Perry. "Es ist Zeit, die Amerikaner wieder zum Arbeiten zu bringen."

Der ärgste Konkurrent des texanischen Gouverneurs ist Mitt Romney, der bisher in Umfragen als beliebtester Präsidentschaftskandidat der Republikaner abschnitt. Vielen ist der ehemalige Gouverneur von Massachusetts allerdings nicht konservativ genug. Sie kritisieren Romney für dessen liberale Haltung bei den Themen Abtreibung und Rechte von Homosexuellen. Außerdem nutzte Obama eine Gesundheitsreform Romneys einst als Vorbild für seinen eigenen Reformvorschlag. Evangelikale Christen, die in der republikanischen Basis eine wichtige Rolle spielen, misstrauen Romney zudem wegen seines mormonischen Glaubens.

Perry hingegen hat sich als konservativer Christ und scharfer Kritiker der Bundesregierung in Washington hervorgetan. "Unser Vertrauen in ausländische Gläubiger und Energiequellen setzt nicht nur unsere nationale Souveränität aufs Spiel, sondern gefährdet auch unsere nationale Zukunft", erklärte Perry auf seiner Wahlkampf-Internetseite.

Der seit dem Jahr 2000 amtierende texanische Gouverneur ist zudem ein begabter Spendensammler und hat bereits ein nationales Netzwerk für seine Kampagne organisiert. Die Zeitpunkt der Bekanntgabe seiner Kandidatur gilt als gelungener Schachzug: An diesem Wochenende geben sich die restlichen Bewerber der Konservativen in Iowa ein Stelldichein - Perry dürfte ihnen einiges an Aufmerksamkeit gestohlen haben. Einige Republikaner befürchten jedoch, dass Perrys extrem konservative Ansichten moderate Anhänger seiner Partei verschrecken könnten.

fdi/dapd/AFP/Reuters/dpa
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