US-Präsidentschaftswahl Rassismusvorwürfe gegen Senator Biden

Schlechter Start für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joseph Biden. Der US-Senator ist in seiner Partei wegen rassistischer Äußerungen über seinen Rivalen Barack Obama bereits unter Druck geraten.


Washington - In einem Interview im "New York Observer" hatte Biden den innerparteilichen Konkurrenten Obama als "ersten Mainstream-Afroamerikaner, der sich gut ausdrückt, brillant und sauber ist und gut aussieht" bezeichnet. Das Zitat löste heftige Proteste aus.

Biden: Äußerungen "zutiefst bedauert"
AP

Biden: Äußerungen "zutiefst bedauert"

Am Abend gab Biden dann eine Erklärung heraus, in der er "zutiefst bedauerte", wenn seine Äußerung irgendjemanden verletzt haben sollte. Das habe er nicht beabsichtigt, und das habe er auch Obama gesagt. Dieser entgegnete, dass er Bidens Kommentare "nicht persönlich genommen habe". Sie seien aber offensichtlich nicht zutreffend. Frühere schwarze Präsidentschaftskandidaten wie Jesse Jackson, Shirley Chisholm, Carol Moseley Braun und Al Sharpton hätten sich zu zahlreichen wichtigen Themen geäußert und niemand könne sagen, dass sie sich nicht gut ausdrücken könnten.

Biden hatte sich gestern um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben. "Ich bin im Rennen, und das ist der Beginn eines Marathons", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats dem US-Fernsehsender ABC. Der Senator hatte sich zuletzt als Kritiker der Irak-Politik von US-Präsident George W. Bush einen Namen gemacht.

Schon vor seiner umstrittenen Äußerung wurden ihm wenig Chancen eingeräumt, sich gegen andere demokratische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur wie Hillary Clinton, Obama oder John Edwards durchzusetzen.

als/AFP



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