Parteitag der Republikaner Trump-Gegner sorgen für Aufruhr

Es soll die Krönung Donald Trumps werden. An seiner Nominierung beim Parteitag der Republikaner gibt es keine Zweifel. Doch schon die ersten Stunden zeigen: Durch die Partei geht ein tiefer Riss.


Beim Parteitag der US-Republikaner ist es unerwartet zu Chaos und heftigem Streit gekommen. Im Kern ging es um die Frage, ob den Gegnern des voraussichtlichen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump eine offene Abstimmung über die Regeln des Nominierungsparteitags zugestanden würde oder nicht.

Der Vorsitz lehnte dies ab. Daraufhin kam es zu lautem, wütendem Protest und höhnischem Gebrüll der Trump-Befürworter, die "Schande, Schande" skandierten. Enttäuschte Delegierte verließen die Halle.

Die Trump-Gegner wollten durchsetzen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten entscheiden können. So wollten sie in letzter Minute verhindern, dass Trump nominiert wird.

Eine Abstimmung über die Regeln hätten die Gegner wahrscheinlich verloren, sie war aber offensichtlich symbolisch bedeutend, um der Opposition gegen Trump Ausdruck zu verleihen. Die heftigen Auseinandersetzungen in der Halle offenbaren den tiefen Riss, der durch die Partei geht.

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Trump in Cleveland: Hauptsache Show

Trump soll am Dienstag von den Parteitagsdelegierten nominiert werden und dann zum Abschluss des Parteitags am Donnerstagabend seine Kandidatenrede halten. An seiner Nominierung besteht kein Zweifel, da er sich in den Vorwahlen eine klare Mehrheit der Delegiertenstimmen gesichert hatte. Im Duell um das Weiße Haus wird er gegen die Ex-Außenministerin Hillary Clinton antreten, die nächste Woche von den Demokraten nominiert werden soll.

Als wichtigstes Ziel des Parteitags gab Trumps Wahlkampfmanager Paul Manaford aus, "den Amerikanern zu helfen, Donald Trump als Menschen besser zu verstehen". Trump schickt gleich fünf Familienmitglieder, darunter seine Ehefrau Melania, ans Rednerpult. Sie sollen über seine Eigenschaften als Familienvater und Ehemann sprechen.

Trump hat in der eigenen Partei noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten. Der Rechtspopulist hat mit seinen radikalen Forderungen etwa zu pauschalen Einreiseverboten und millionenfachen Ausweisungen viele Moderate in der Partei verstört. Aber auch am erzkonservativen Flügel misstrauen viele dem Quereinsteiger, der sich beispielsweise nicht eindeutig zum Abtreibungsrecht geäußert hat.

Viele Parteiprominente wie die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush und die vormaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und John McCain bleiben dem Parteitag fern.

Der Parteitag findet unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt. Kilometerlange Stahlbarrieren wurden in der Innenstadt errichtet, tausende Polizisten waren im Einsatz. Die Sorgen wurden dadurch verstärkt, dass in Ohio geladene Waffen auf offener Straße getragen werden dürfen. Bis Montag verliefen die Demonstrationen gegen Trump jedoch friedlich.

asa/dpa/AFP



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
josephkaesemacher 19.07.2016
1. Alles übertrieben ....
Was SPON und die nicht GOP Presse schreibt. Alles sehr langweilig hier, Trump wird akzeptiert, und am Ende der Woche wird der Grossteil der Partei hinter ihm stehen. Bitte seriös berichten!!!
ijf 19.07.2016
2. versteh ich jetzt nicht?!
Zitat:"Der Parteitag findet unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt. Kilometerlange Stahlbarrieren wurden in der Innenstadt errichtet, tausende Polizisten waren im Einsatz. Die Sorgen wurden dadurch verstärkt, dass in Ohio geladene Waffen auf offener Straße getragen werden dürfen." Zitat Ende. Angst? Sorgen? Wieso das denn? Das ist doch genau das Amerika, dass Trump propagiert: offen bis an sie Zähne bewaffnet! Denn dann kann es nach seiner Logik ja auch nicht mehr zu Amokläufen, Terrorakten, Gewaltverbrechen kommen... also wovor muss er denn dann jetzt beschützt werden?
mystyhax 19.07.2016
3. Grotesk
Da kann man schon im schönen Staat Ohio offen Waffen mit sich führen und nun soll es gerade beim GOP Parteitag in der Halle nicht möglich sein solche Waffen zu tragen. Wohl Angst vor der eigenen "Courage"??? Typisch USA. Ein Land voller Widersprüche. Gerade das wäre mal ein Zeichen pro Waffenlobby gewesen. Man hätte sich auch die ganzen Absperrungen sparen können. Bei derart viel Feuerkraft wäre wohl kaum jemand darauf gekommen was "dummes" zu tun.
EaronnEaronn 19.07.2016
4.
Zitat von josephkaesemacherWas SPON und die nicht GOP Presse schreibt. Alles sehr langweilig hier, Trump wird akzeptiert, und am Ende der Woche wird der Grossteil der Partei hinter ihm stehen. Bitte seriös berichten!!!
"so wie ich das haben will". Laut Berichten aus den USA geht es eben nicht ruhig zu, Trump wird nicht akzeptiert, und die Stadt sieht aus wie unter Kriegsrecht. Alle Obdachlosen wurden mit einem obskuren Gesetz, dass nahe des Veranstaltungsorts Schlafsäcke etc. verbietet, unsichtbar gemacht. Bitte seriös kommentieren.
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