Reisewarnung US-Regierung fordert Bürger zum Verlassen Ägyptens auf

Reisewarnung aus Washington: Die USA empfehlen ihren Bürgern, Ägypten wegen der gewaltsamen Zusammenstöße zu verlassen. Skandinavische Reiseveranstalter holen ihre Urlauber vom Nil zurück.

Kairo am Tag nach dem Massaker: Ägyptische Polizisten trauern um ihre Kollegen
DPA

Kairo am Tag nach dem Massaker: Ägyptische Polizisten trauern um ihre Kollegen


Washington - Die Eskalation der Gewalt in Ägypten drängt die Regierung in Washington zur Vorsicht: Die USA haben ihre Bürger aufgerufen, das Land zu verlassen. Das teilte das US-Außenministerium in einer Reisewarnung am Donnerstag mit.

Grund seien die politischen und sozialen Unruhen in dem Land. Die US-Botschaft bleibe aber geöffnet. US-Bürger seien dringend dazu aufgerufen, Demonstrationen in Ägypten zu meiden. Selbst friedliche Proteste könnten sich schnell in gewalttätige Zusammenstöße verwandeln. Den Anweisungen vor Ort sei unbedingt Folge zu leisten, hieß es. Außerdem sollten sich Reisende in örtlichen Medien über die Sicherheitslage informieren.

Skandinavische Reiseveranstalter holen Urlauber zurück

Seit Beginn der blutigen Auseinandersetzungen am Mittwoch sind nach Angaben der Regierung landesweit mindestens 638 Menschen getötet worden. Die vom Militär eingesetzte Übergangsregierung verhängte einen einmonatigen Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre. US-Präsident Barack Obama hat die Gewalt in Ägypten verurteilt - er scheut aber einen harten Kurs gegen die Führung in Kairo.

Während die US-Regierung noch zaudert, reagieren die skandinavischen Länder. Norwegen hat alle Lizenzen für Militärexporte nach Ägypten aufgehoben. Dänemark hat seine Unterstützung in Höhe von fünf Millionen Euro gestoppt.

Zudem haben auch mehrere skandinavische Reiseveranstalter entschieden, ihre Urlauber aus dem Land zurückzuholen. Das meldete die dänische Nachrichtenagentur Ritzau am Donnerstagabend. Betroffen seien mehrere hundert Dänen, Norweger und Schweden.

Die Reiseveranstalter Star Tour, Ving, Apollo und Spies wollten ihre Gäste bis spätestens Montag wieder nach Hause holen. Künftige Reisen nach Ägypten würden bis Anfang Oktober eingestellt. Anlass sei eine Reisewarnung der dänischen, schwedischen und norwegischen Regierungen, die vor unnötigen Reisen nach Ägypten abraten. Bislang hatte diese Warnung nur für Kairo und den Nord-Sinai gegolten.

Wegen der tödlichen Unruhen in dem Land wird offenbar noch am späten Donnerstag der Uno-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung in New York zusammentreten. Frankreich, Großbritannien und Australien hatten eine solche Sondersitzung der 15 Mitgliedstaaten beantragt. Einem Diplomaten zufolge ist eine öffentliche Erklärung des Sicherheitsrats aber unwahrscheinlich.

Kairo auf einen Blick: Die wichtigsten Schauplätze der vergangenen Tage
SPIEGEL ONLINE

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bos/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
hansulrich47 15.08.2013
1. Sicher sinnvoll, Touristen haben dort nichts zu suchen!
Es ist so oder so ziemlich schräg, wen man glaubt in 'Ruhe' Urlaub machen zu können, solange nicht links und rechts von Einem selbst die Einheimischen erschossen werden ... Wen dann ein Querschläger kommt ist das Theater gross! Das Problem der arabischen Überbevölkerung wird sich nur durch noch mehr Tote lösen. Das hört sich nicht schön an, aber was ist dort schön? Westerwellesches (und anderes) Politikergeschwätz vom friedlichen Ausdiskutieren der der Probleme ist sowas von hohl ....
mebschmw 16.08.2013
2. Reisewarnung für Deutsche ?
Super, unser geliebter Guido gibt keine Reisewarnung raus. Wer dummerweise eine Ägyptenreise gebucht hat, kann weiterhin nicht auf Grund der Lage stornieren. Unsere Regierung ist nicht nur im Kampf gegen NSU-Terroristen und NSA-Spionen ne Nullnummer - auch unsere Sicherheit im Ausland geht ihr am Allerwertesten vorbei. Aber das blöde Wahlvieh hält ja eh alles für alternativlos. Deutschland wird mir immer fremder.
juanth 16.08.2013
3. und wann holen die Deutschen
ihre Urlauber heraus? Es ist doch hoch riskant sich dort zu befinden (ja,ja am Roten Meer ist alles ruhig, aber morgen oder uebermorgen?) Es gibt genug andere Urlaubsziele, man sollte dieses Land erstmal fuer einige Monate stoppen, bis klar ist, in welche Richtung alles laeuft, und dann, und nur dann sollte man ueberlegen, ob man eventuell wieder dahin reisen kann.
deus-Lo-vult 16.08.2013
4.
Zitat von sysopDPAReisewarnung aus Washington: Die USA empfehlen ihren Bürgern, Ägypten wegen der gewaltsamen Zusammenstöße zu verlassen. Skandinavische Reiseveranstalter holen ihre Urlauber vom Nil zurück. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-regierung-fordert-buerger-zum-verlassen-aegyptens-auf-a-916865.html
Menschen mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand, sollte man nicht auffordern müssen. Aber selbst HEUTE sind noch deutsche Touristen nach Ägypten gereist. Bin mal gespannt, wann die ersten nach staatlicher Hilfe schreien.
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