US-Regierung Kehrtwende in der Kriegsbegründung

George W. Bush hat seinen Kurswechsel bei der Begründung des Irak-Kriegs bekräftigt. Der US-Präsident redet nicht mehr von großen Mengen an irakischen Massenvernichtungswaffen, sondern sieht den Krieg nun schon durch die Existenz von "Waffenprogrammen" begründet.

Washington - Bush wies die Berichte über eine angebliche Übertreibung bei der vom Irak vor der Invasion ausgehenden Gefahr strikt zurück. "Der Irak hatte ein Waffenprogramm. Geheimdienst-Erkenntnisse über das letzte Jahrzehnt haben gezeigt, dass sie ein Waffenprogramm hatten", betonte Bush.

Damit zementierte Bush eine Kehrtwende, die er bereits in seiner Rede zur 300-Jahr-Feier von St. Petersburg angedeutet hatte. Während der Präsident früher stets die irakischen Arsenale an Chemie- und Biowaffen als Kriegsgrund angeführt hatte, spricht er jetzt nur noch von Waffenprogrammen. Bush betonte, er sei auch "absolut überzeugt" davon, dass die Koalitionstruppen im Laufe der Zeit herausfinden würden, dass der Irak "Waffenprogramme" hatte. Die Geschichte werde zeigen, dass die USA die "absolut richtige Entscheidung" getroffen hätten, den Irak anzugreifen.

Am Wochenende hatten Außenminister Colin Powell und Bushs Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice die Manipulationsvorwürfe mit ungewöhnlicher Schärfe zurückgewiesen, die USA. Rice warf den Kritikern eine "revisionistische" Geschichtsbetrachtung vor. Es habe klare Beweise gegeben, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitze und auch eingesetzt habe. Powell erklärte, es sei "empörend", dass einige Kritiker die Informationen der Geheimdienste als falsch bezeichneten.

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