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USS "Ponce": Minenräumer oder Basis für Elitekämpfer?

Foto: AP/ U.S. Navy

USS "Ponce" US-Truppentransporter kreuzt vor Irans Küste

Das Pentagon hat das Transportschiff USS "Ponce" in die Meeresstraße von Hormus verlegt. Offiziell, um iranische Minen zu räumen - doch tatsächlich könnte es als Mutterschiff für den Aufmarsch von Spezialkräften dienen. Dafür wurde es vom Museumsstück zur Multifunktions-Basis umgerüstet.

Washington - Eigentlich war die USS "Ponce" schon fast museumsreif. Das Transportschiff lief 1966 vom Stapel, sollte im März 2012 sogar abgewrackt werden. Jetzt liefert es der US-Marine einen großen strategischen Vorteil im Konflikt mit Iran im Persischen Golf. Denn die "Ponce" wurde wiederbelebt - und liegt als Multifunktions-Basis vor der Küste von Bahrain.

Wie die "New York Times" an diesem Donnerstag berichtet, traf das Kriegsschiff bereits in der vergangenen Woche im Krisengebiet ein. Die erste Mission: Minenräumung in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transportrouten für Erdöl überhaupt. Die "Ponce" wird Hubschraubern als Landeplatz und Minentauchern als Basis dienen. Zudem können kleinere, wendige Minensuchboote auf hoher See aufgetankt und versorgt werden.

Laut "NY Times" ist dies jedoch nur ein Teil der Aufgaben, die die Streitkräfte im Dauerkonflikt mit Teheran für die "Ponce" vorgesehen haben. Sollte sich die Situation verschärfen, könnten US-Spezialeinheiten und Eingreiftruppen auf dem Schiff untergebracht werden - und von der "Ponce" aus ihre Missionen starten. Es bräuchte lediglich einige mobile Wohneinheiten, die auf dem langen Deck des Schiffes leicht Platz fänden. Selbst dann wäre noch ausreichend Raum vorhanden, um die für einen Einsatz an Land nötigen Hubschrauber landen zu lassen.

Dafür wurde die "Ponce", eines der ältesten Schiffe der US-Flotte, aufwendig umgerüstet. Nun können sie die Speed-Boote und "Black Hawk"-Hubschrauber der Spezialeinheiten als Mutterschiff nutzen. Der entscheidende Vorteil gegenüber den meisten anderen Kriegsschiffen: Laut "Washington Post" kann die "Ponce" mit ihren großen Treibstoffreserven sehr lange auf See bleiben und auch andere Schiffe mit Diesel versorgen.

Seit Jahren verlangt die Führung der US-Spezialkräfte nach einer solchen mobilen Plattform auf See, die zügig in Krisenregionen verlegt werden kann. Offiziell bestätigt ist diese Doppelfunktion der "Ponce" jedoch nicht.

Neue Basis-Schiffe in Planung?

Es dürfte jedoch nicht nur militärisches Kalkül gewesen sein, das die Verlegung des Schiffs in den Persischen Golf beschleunigt hat. Die US-Marine ist vom Konzept der in internationalen Gewässern operierenden Multifunktions-Basis so überzeugt, dass sie nur zu gern zwei komplett neue Schiffe ähnlicher Bauart bestellen würde. Kosten: rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Dazu braucht es allerdings die Zustimmung des Kongresses. Bewährt sich die "Ponce" nun im Iran-Konflikt, könnte das die Chancen auf einen Neubau verbessern.

Neu ist die Idee einer schwimmenden Basis indes nicht. Bei der Invasion in Afghanistan 2001 räumte die US-Marine den Flugzeugträger "Kitty Hawk" leer und stellte ihn den Spezialeinheiten als Ausgangspunkt für Einsätze an Land zur Verfügung.

Ursprünglich sahen die Planspiele sogar noch radikalere Lösungen vor. So sollten Ölbohrplattformen in Krisengebieten zusammengezogen und zu einer gigantischen Landebahn im Meer verbunden werden. Die Idee wurde verworfen: Die wenig mobilen Inseln wären ein zu leichtes Ziel gewesen.

jok
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