US-Senator McCain fordert Luftangriff auf Syrien

Als erster US-Politiker fordert John McCain ein militärisches Eingreifen in Syrien. Mit Luftangriffen will der Senator Rückzugsgebiete für die Opposition errichten - dafür müsse die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zerstört werden.

US-Senator McCain (Archivbild): Will "politische sowie militärische Aktivitäten" gegen Assad
REUTERS

US-Senator McCain (Archivbild): Will "politische sowie militärische Aktivitäten" gegen Assad


Washington - Er wählte deutliche Worte. Der einflussreiche US-Senator John McCain hat eine Unterstützung der syrischen Oppositionsbewegung mit Luftangriffen gegen die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad gefordert. Der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2008 sagte am Montag in Washington, Luftangriffe seien "der einzige realistische Weg", um das "Gemetzel" zu stoppen.

Ziel müsse es sein, Rückzugsgebiete für die Opposition vor allem im Norden des Landes zu errichten, damit diese ihre Kräfte sammeln und "politische sowie militärische Aktivitäten" gegen Assad planen könne.

McCain ist der erste prominente US-Politiker, der ein militärisches Eingreifen der Vereinigten Staaten ins Gespräch bringt. Die USA müssten dabei die internationalen Bemühungen anführen, verlangte McCain. "Um deutlich zu sein: Das wird von den USA erfordern, die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zu zerstören." Die Regierung von Präsident Barack Obama lehnt einen Militäreinsatz bisher ab. McCain hatte Anfang Februar bereits eine Bewaffnung der syrischen Opposition gefordert.

Seit Beginn der Proteste gegen Assad vor rund einem Jahr wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 7500 Menschen getötet. In der ausgebombten Stadt Homs stehen Tonnen von Hilfsgütern bereit, doch das Rote Kreuz wird seit Tagen an der Zufahrt in die syrische Rebellenhochburg gehindert.

Uno-Sonderbeauftragter Annan reist nach Syrien

Während die Gewalt in Syrien unvermindert weitergeht, gibt es Bemühungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts. Der Syrien-Beauftragte der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan, reist am Samstag nach Damaskus, wie der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, am Montag in Kairo mitteilte. Ebenfalls für Samstag wurde ein Treffen Russlands und der Arabischen Liga auf Außenministerebene einberufen.

Auf seiner Reise nach Syrien wird der frühere Uno-Generalsekretär Annan vom ehemaligen palästinensischen Außenminister Nasser al-Kidwa begleitet. Annan hatte vergangene Woche angekündigt, er werde sich in Damaskus für den Zugang humanitärer Organisationen zu Hilfsbedürftigen und für ein Ende der Gewalt stark machen.

Laut einem Bericht des syrischen Staatsfernsehens begrüßte die Führung in Damaskus Annans Besuch. Die Uno-Nothilfebeauftragte Valerie Amos kündigte ihrerseits an, dass sie am Mittwoch nach Syrien reisen werde. Ende Februar war ihr die Einreise zunächst verweigert worden.

bos/AFP/Reuters

insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stefan1904 05.03.2012
1. Hoffentlich ist Obama der gleichen Meinung
Schön zu sehen, dass es neben den vier Witzfiguren, die sich gerade darum streiten wer gegen Obama verlieren darf, auch noch intelligente Republikaner gibt. In Libyen hat sich die militärische Unterstützung der Opposition auch als richtig erwiesen.
derweise 05.03.2012
2. Die USA, der vermeintliche Weltpolizist
Zitat von sysopREUTERSAls erster US-Politiker fordert John McCain ein militärisches Eingreifen in Syrien. Mit Luftangriffen will der Senator Rückzugsgebiete für die Opposition errichten - dafür müsse die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zerstört werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819521,00.html
Die USA, der vermeintliche Weltpolizist nach eigener Gesetzlichkeit. Das ist die neue Weltordnung!
perm 05.03.2012
3. Mir graut vor der Zukunft unserer schönen Erde,
Zitat von sysopREUTERSAls erster US-Politiker fordert John McCain ein militärisches Eingreifen in Syrien. Mit Luftangriffen will der Senator Rückzugsgebiete für die Opposition errichten - dafür müsse die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zerstört werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819521,00.html
wenn so ein gläubiger Christ mal an die Macht kommen sollte.Die USA brauchen keinde Feinde , wenn sie solche Spitzenpolitiker haben. Man bekommt doch langsam Verständnis für Länder,die sich mit aller Macht vor solchen Propheten zu schützen versuchen,denn die Länder ,die den Schutz vernachlässigt haben,sind durch solche oder ähnliche Herren in grauenhafte Vernichtungskriege getrieben worden.Ob Gott das wol noch richten kann?
karmamarga 05.03.2012
4. Oha!!!
Zitat von sysopREUTERSAls erster US-Politiker fordert John McCain ein militärisches Eingreifen in Syrien. Mit Luftangriffen will der Senator Rückzugsgebiete für die Opposition errichten - dafür müsse die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zerstört werden. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,819521,00.html
Die USA planieren für Bibis F16 den Weg in den Iran und können dabei noch den grossen Menschenfreund spielen. Nur wem helfen sie da so uneigennützig und was hat das langfristig für Folgen, in diesem Topf voll mit Schxxxse zu rühren?!
stanislaus2 05.03.2012
5. Syrien ist nicht Libyen
"dafür müsse die feindliche Flugabwehr zumindest in einem Teil des Landes zerstört werden." Ja, um den Iran anzugreifen. Syrien ist mit modernsten russischen Luftabwehrraketen ausgerüstet. Und die treffen recht genau. Wie man damals bei der U 2 sah. Und man kann der russischen Basis Tartus am Mittelmeer nicht zu nahe kommen. Dann wäre Russland im Krieg. Vor Tartus kreuzt immer noch eine russicher Flottenverband.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.