Kampf gegen Schabab-Miliz US-Soldat in Somalia getötet

Zum ersten Mal seit 1993 ist ein US-Soldat beim Einsatz in Somalia getötet worden. Erst im März hatte Präsident Trump ein aggressiveres Vorgehen gegen die Extremisten dort erlaubt.

Soldaten der Afrikanischen Union (AU)
DPA

Soldaten der Afrikanischen Union (AU)


US-Soldaten sollen die Streitkräfte in Somalia unterstützen. Bei einem gemeinsamen Einsatz gegen die radikalislamistische Schabab-Miliz ist nun ein Mitglied des amerikanischen Militärs getötet worden. Das teilte das US-Afrika-Kommando (Africom) mit. Er ist der erste US-Soldat seit 1993, der bei Kämpfen in dem Bürgerkriegsland getötet wurde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters handelte es sich um einen Navy Seal. Das Pentagon bestätigte die Information bislang nicht.

Der Vorfall ereignete sich Africom zufolge nahe des Ortes Barii rund 40 Kilometer westlich der Hauptstadt Mogadischu. Die amerikanischen Kräfte hätten gemeinsam mit somalischen Soldaten eine Kommandoaktion gegen die Extremisten ausgeführt, als sie unter Feuer gerieten, sagte ein Sprecher. Zwei weitere Amerikaner wurden demnach verletzt.

Das US-Militär hatte Mitte April mitgeteilt, dass es erstmals seit dem Rückzug in den 1990er Jahren wieder knapp 40 reguläre Soldaten in das Bürgerkriegsland entsenden will. US-Präsident Donald Trump erlaubte dem Verteidigungsministerium Ende März zudem ein aggressiveres Vorgehen gegen die Extremisten. Das Militär darf dort nun unter anderem zielgenaue Luftangriffe fliegen.

Teile von Somalia wurden zudem zu einer Kampfzone erklärt. Das gibt dem Kommandeur am Boden de facto mehr Macht: Er hat nun die Befugnis, darüber zu entscheiden, wann in diesen Gebieten ein Einsatz geflogen werden soll, und muss nicht mehr auf die Zustimmung höherer Stellen warten. Bislang war es dem US-Militär als Voraussetzung für Luftangriffe in Somalia vorgeschrieben, dass von dem Angriffsziel eine Bedrohung für Amerikaner ausgeht.

Die USA hatten 1992 im Rahmen eines internationalen Militäreinsatzes Truppen nach Somalia geschickt, um ein Jahr nach dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre wieder Stabilität zu garantieren und eine Hungersnot abzuwenden. Im Oktober 1993 schossen Milizen in Mogadischu zwei Hubschrauber des Typs "Black Hawk" ab; dabei waren 18 US-Soldaten getötet worden. Danach folgte der Abzug der amerikanischen Einheiten.

Die Sunnitenmiliz al-Schabab hat sich die instabile Lage zunutze gemacht und versucht seit Jahren, am Horn von Afrika einen sogenannten Gottesstaat zu errichten.

vks/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.