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Kapitalismus-Studie: Wem geht's gut? Wem fehlt Mut?

Foto: Mario Tama/ Getty Images

Umfrage Weltweit schwindet Vertrauen in den Kapitalismus

Rund um den Globus leiden Bürger unter der Krise, sie verlieren den Glauben an ihre Regierungen und die freie Marktwirtschaft. Das belegt eine neue Studie der renommierten US-Denkfabrik Pew Research Center. Große Ausnahme sind die Chinesen - und die Deutschen.

Rund um den Globus sorgen sich Bürger um den Zustand ihrer Volkswirtschaft, besagt eine neue weltweite Umfrage des renommierten Pew Research Center in Washington. Von rund 26.000 Befragten in 21 Staaten gibt lediglich rund jeder vierte (27 Prozent) an, mit der Wirtschaftslage in seiner Heimat zufrieden zu sein.

Nur vier Nationen scheren aus, allen voran China (83 Prozent Zufriedenheit) und Deutschland (73). Auch in Brasilien (65 Prozent) und der Türkei (57) herrscht Optimismus vor.

Im Vergleich zu einer ähnlichen Pew-Umfrage im Jahr 2008 - also vor dem Beginn der weltweiten Finanzkrise - ist der Vertrauensschwund frappierend. Dieser führt auch zu einer Krise des Kapitalismus-Modells. In elf der 21 untersuchten Staaten glaubt höchstens noch die Hälfte der Befragten, freie Marktwirtschaft führe zu mehr allgemeinem Wohlstand.

Besonders ausgeprägt ist dieser Vertrauensverlust in Nationen, die von der Euro-Krise stark betroffen sind - wie Italien (minus 23 Prozent) oder Spanien (minus 20). Dort ist auch der Rückhalt für die These, durch harte Arbeit lasse sich mehr Wohlstand erreichen, deutlich gesunken.

So ergibt sich ein scharfer Gegensatz zwischen der eher optimistischen Stimmung in aufstrebenden Staaten wie China, Brasilien, Indien oder der Türkei - und einer pessimistischen Grundhaltung in den USA, Europa oder Japan. Weniger als ein Drittel der Amerikaner geben an, ihrer Volkswirtschaft ginge es derzeit gut. In Europa liegt dieser Wert im Schnitt nur bei 16 Prozent - in Japan ist er gar auf sieben Prozent gesunken.

Lediglich rund jeder zehnte Europäer oder Japaner glaubt zudem noch, dass es seinen Nachkommen leichtfallen werde, größeren Wohlstand oder besseren Verdienst zu erreichen. Zum Vergleich: 57 Prozent der Chinesen sind überzeugt, dass ihren Kindern sozialer Aufstieg ohne Probleme gelingen werde.

Enttäuschte Bürger rund um den Globus verlieren in der Krise auch den Glauben an ihre Regierungen: In 16 der 21 an der Pew-Studie beteiligten Staaten macht die Mehrheit der Befragten ihre Politiker maßgeblich für die aktuelle wirtschaftliche Misere verantwortlich.

Die komplette Studie finden Sie unter: http://pewglobal.org/ 

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