Krise in Fernost US-Admiral warnt vor direkter Bedrohung durch Nordkorea

Das US-Militär verschärft den Ton gegenüber Nordkorea: Der Befehlshaber der Pazifikflotte nannte Pjöngjangs Atompolitik eine "direkte Bedrohung für die USA". Deutschland ignoriert dagegen auch das neueste Säbelrasseln des Kim-Regimes und lässt seine Diplomaten vor Ort.
Nordkoreanische Kampfjets (an der Grenze zu China): Ständige Bedrohung

Nordkoreanische Kampfjets (an der Grenze zu China): Ständige Bedrohung

Foto: JACKY CHEN/ REUTERS

Washington/Pjöngjang - Mit deutlichen Worten hat der Befehlshaber der US-Pazifikflotte vor den Gefahren durch den nordkoreanischen Atomkurs gewarnt. Pjöngjangs militärische Entwicklung stelle eine "direkte Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten" dar. Vor dem Senat erklärte Admiral Samuel Locklear weiter, Diktator Kim Jong Un habe das vergangene Jahr genutzt, um seine Kräfte zu bündeln.

Laut Locklear hat Kim den großen Teil seiner Streitkräfte in der Nähe der demilitarisierten Zone an der Grenze zu Südkorea zusammengezogen. Damit bildeten sie eine Gefahr für das US-Personal in der Region, ebenso wie für südkoreanische Zivilisten und Soldaten. Experten gehen nicht davon aus, dass Nordkorea mit seiner derzeitigen Raketentechnik auch Ziele auf dem nordamerikanischen Festland bedrohen kann. Trotzdem wird unter anderem die Raketenabwehr in Alaska verstärkt.

Die Situation sei jedoch derzeit so unübersichtlich, dass das Risiko für möglicherweise folgenreiche Fehleinschätzungen kaum zu kalkulieren sei, so Locklear.

In einer weiteren Eskalationsstufe hatte Pjöngjang am Dienstag alle Ausländer in Südkorea zum Verlassen des Landes aufgefordert. In Südkorea lebende Ausländer sollten nicht den Gefahren eines Kriegs ausgesetzt werden, erklärte das nordkoreanische Asiatisch-Pazifische Friedenskomitee am Dienstag.

Die koreanische Halbinsel steuere auf einen "thermo-nuklearen Krieg" zu, hieß es in der Erklärung des staatlichen Friedenskomitees, die von der Nachrichtenagentur KCNA verbreitet wurde. Sämtliche ausländische Organisationen, Firmen und Touristen sollten daher "Maßnahmen zur Evakuierung und Schutzsuche" ergreifen.

Deutsche Botschaft arbeitet ungerührt weiter

Ungeachtet dieser Drohungen sieht das Auswärtige Amt keine Notwendigkeit für eine Änderung seiner Reise- und Sicherheitshinweise. In dem Berliner Ministerium hieß es am Dienstag, die entsprechenden Äußerungen Pjöngjangs reihten sich ein in die "bekannte Rhetorik der gezielten Eskalation von Seiten Nordkoreas". Die Reise- und Sicherheitshinweise für Süd- und Nordkorea müssten nicht aktualisiert werden. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel werde jedoch "laufend evaluiert".

Dies gelte auch im Zusammenhang mit der deutschen Botschaft in Pjöngjang und dem dortigen diplomatischen Personal. Die Arbeitsfähigkeit der Botschaft sei gewährleistet. Erst am Freitag hatte die nordkoreanische Führung den Botschaften in Pjöngjang empfohlen, eine Evakuierung zu prüfen, weil sie im Konfliktfall die Sicherheit der Mitarbeiter nicht gewährleisten könne.

Ab Donnerstag will sich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen vor Ort ein Bild der Lage machen. Er reist zu einem zweitägigen Besuch nach Südkorea. Nach Angaben der Nato wird er unter anderem mit Präsident Park Geun-Hye sprechen. Auch Treffen mit Außenminister Yun Byung-Se und Verteidigungsminister Kim Kwan Jin stehen auf dem Besuchsprogramm.

jok/AP/AFP/dpa
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