US-Truppen im Irak Rumsfeld hält Abzug vor Befriedung für denkbar

US-Präsident Bush gibt sich alle Mühe, den Irak-Einsatz als Erfolgsstory zu verkaufen. Doch die alltägliche Gewalt im Zweistromland holt seine Regierung immer stärker ein. Verteidigungsminister Rumsfeld denkt jetzt öffentlich darüber nach, die Truppenzahl bereits vor einer völligen Befriedung des Landes zu reduzieren.


Washington - Die USA seien entschlossen, Soldaten zum Schutz der für Januar geplanten Wahlen zu stellen, sagte Rumsfeld am Freitag in Washington. Es sei jedoch unklug, anzudeuten, dass im Irak vor einer Truppenreduzierung Frieden herrschen müsse. "Denn er war noch nie friedlich und perfekt und wird es wahrscheinlich nicht werden", sagte Rumsfeld. "Das ist ein rauer Teil der Welt", fügte der US-Verteidigungsminister hinzu, der aber keine Angaben dazu machte, wann mit einem solchen Abzug begonnen werden könnte.

Die USA haben zurzeit fast 140.000 Soldaten im Irak stationiert. Seit dem Beginn des Krieges sind mehr als 1000 Soldaten getötet worden. Die Lage im Irak ist nicht zuletzt wegen der zunehmenden Gewalt durch Aufständische zu einem wichtigen Thema im US-Wahlkampf geworden. Der demokratische Bewerber, John Kerry, hat Präsident George W. Bush vorgeworfen, die Aufstände nicht vorhergesehen und keinen Plan zu haben, wie die Soldaten wieder aus dem Land abgezogen werden sollen. Experten gehen davon aus, dass eine große Zahl von US-Soldaten fünf Jahre oder länger im Irak stationiert bleiben wird.



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