US-Umfrage Hoher Blutzoll schreckt Amerikaner ab

Die Mehrheit der Amerikaner glaubt, dass die US- Regierung zu optimistisch in den Krieg gezogen ist. Eine Umfrage ergab zudem, dass die Toleranz der Bevölkerung gegenüber einem hohen Blutzoll unter US-Soldaten und irakischen Zivilisten äußerst begrenzt ist.


Washington - Jeder dritte Amerikaner würde den Krieg nicht mehr unterstützen, wenn mehr als 500 US-Soldaten fallen würden, so eines der Ergebnisse der Umfrage des "Time"-Magazins und des Nachrichtensenders CNN. Bei mehr als 1000 Toten würde die Ablehnungsquote auf 41 Prozent wachsen. Sollten mehr als 5000 amerikanische Soldaten sterben, würden der Umfrage zufolge nur noch 34 Prozent den Krieg unterstützen jeder Zweite ihn ablehnen.

Im Vietnam-Krieg lag die Schmerzgrenze der US-Bevölkerung noch wesentlich höher: 50.000 amerikanische Soldaten starben insgesamt, und erst nach mehreren zehntausend Toten regten sich erste größere Proteste.

Mit toten irakischen Zivilisten haben die Amerikaner der Umfrage zufolge ähnlich große Probleme wie mit toten US-Soldaten: Nur 40 Prozent würden einen Krieg gutheißen, der mehr als 5000 Unbeteiligte das Leben kostet, 47 Prozent würden ihn ablehnen. 1000 tote Zivilisten wären dagegen für jeden zweiten Amerikaner noch ein akzeptabler Preis für den militärischen Sieg.

Sollte die irakische Armee chemische Waffen einsetzen, wären der Umfrage zufolge 42 Prozent der Amerikaner für den Einsatz taktischer Atomwaffen auf dem Schlachtfeld, 51 Prozent wären dagegen. Zudem gab die Mehrheit der Befragten an, die US-Regierung sei vor dem Krieg zu optimistisch gewesen. Außerdem glauben 46 Prozent, dass der Krieg vier Monate bis zu einem Jahr lang dauern wird. Jeder Dritte glaubt an eine Kriegsdauer von einem bis drei Monaten, und nur 13 Prozent halten einen Sieg innerhalb von vier Wochen für wahrscheinlich.

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