US-Umfrage Obama baut seinen Vorsprung weiter aus

Schlechte Nachrichten für John McCain: Drei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl liegt Barack Obama laut Umfragen deutlich in Führung. Der republikanische Bewerber hofft noch auf eine Wende - das letzte TV-Duell soll sie jetzt bringen.


Washington - Die Schere geht immer weiter auseinander. Die "Los Angeles Times" veröffentlichte am Dienstag (Ortszeit) eine Erhebung, wonach Obama derzeit bei 50 Prozent der Wählerstimmen liegt, McCain nur bei 41. Bei der vorigen Umfrage der "LA Times" im September hatte der demokratische Bewerber bei 49 Prozent und McCain bei 45 gelegen. Die Zahlen von der "New York Times" und dem TV-Sender CBS sind noch deutlicher: In der ebenfalls am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage führt Obama mit 53 Prozent vor McCain mit 39 Prozent.

Präsidentschaftskandidat Obama: Derzeit in Umfragen klar vorn
REUTERS

Präsidentschaftskandidat Obama: Derzeit in Umfragen klar vorn

Damit wuchs die Führung Obamas einen Tag vor dem dritten und letzten TV-Duell der beiden Kandidaten deutlich. Der Erhebung der "NYT" zufolge spricht eine große Mehrheit Obama einen grundsätzlich positiven Wahlkampf zu, während 61 Prozent der 1070 landesweit befragten Wahlberechtigten McCain vorwerfen, mehr Zeit für Angriffe auf seinen Rivalen zu verwenden, anstatt seine Regierungspläne für den Fall seiner Wahl zu erläutern.

Obama kann sich vor allem bei den parteiungebundenen Wählern und bei den Frauen auf eine deutliche Mehrheit stützen. Mit den immer deutlicher werdenden Auswirkungen der Finanzkrise hatte der Senator aus Illinois die Führung in den Umfragen übernommen. Inzwischen sagen vier von fünf Befragten, ihre Wahlentscheidung stehe fest. 21 Prozent gaben an, ihre Meinung über McCain habe sich in den vergangenen Wochen verschlechtert. Als Gründe gaben sie meist die Attacken McCains auf Obama und die Entscheidung für die Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin an.

Mit der Hoffnung auf eine Wende in der öffentlichen Meinung geht McCain in die letzte Fernsehdebatte des Präsidentschaftswahlkampfs mit Barack Obama. Die beiden Kandidaten kommen am Mittwochabend (Donnerstag 3 Uhr MESZ) in der Hofstra-Universität am Rand von New York zusammen.

Auch die letzte Diskussionsrunde mit beiden Senatoren steht voraussichtlich im Zeichen der Finanzkrise, zumal Innen- und Wirtschaftspolitik als offizielles Thema festgelegt wurde.

Demokrat Obama versucht, die Finanzkrise als Ergebnis einer verfehlten Wirtschaftspolitik der Republikaner darzustellen. McCain will sich von Amtsinhaber George W. Bush absetzen und mit Vorschlägen zur Wirtschaftspolitik ein eigenes Profil geben - seine Strategie lautet nun, sich anders als Bush und besser als Obama zu präsentieren.

Weil nicht das landesweite Ergebnis, sondern die Summe der Ergebnisse in den Einzelstaaten wahlentscheidend ist, konzentrieren beide Kandidaten ihren Wahlkampf in der Schlussphase auf besonders kritische Staaten.

McCain trat am Dienstag auf Veranstaltungen in Pennsylvania auf, wo es vor vier Jahren eine Mehrheit für den damaligen demokratischen Kandidaten John Kerry gab. Die Wahl ist am 4. November.

ler/AFP/Reuters/AP

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