Persischer Golf US-Versorgungsschiff schießt auf Motorboot

Die Besatzung eines amerikanischen Marineschiffs hat im Persischen Golf auf ein Motorboot geschossen. Ein indischer Fischer kam dabei ums Leben. Nun wird der Vorfall untersucht.

Das Militärschiff "Rappahannock" im März 2011
AFP

Das Militärschiff "Rappahannock" im März 2011


Hamburg - Sicherheitskräfte eines US-Marineschiffs haben vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate Schüsse mit einem Maschinengewehr auf ein Motorboot abgegeben. Es sei ein Mensch dabei getötet und drei Personen verletzt worden, sagte ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums.

Bei dem Toten und den Verletzten handelt es sich nach Angaben des Außenministeriums in Abu Dhabi um indische Fischer. Das Motorboot hatte sich dem Öl-Versorgungsschiff schnell angenähert und mehrere Aufforderungen zum Abdrehen ignoriert, hieß es aus US-Regierungskreisen.

Der Vorfall ereignete sich vor Jebel Ali, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten zwischen Abu Dhabi und Dubai. Das US-Versorgungsschiff "Rappahannock" zählt zur Fünften US-Flotte.

Ein Sprecher der US-Navy sagte, der Vorfall werde nun untersucht. Mehr Details wurden aus Regierungskreisen bislang nicht bekannt. Es wird allerdings vermutet, dass die Besatzung des Versorgungsschiffs das Motorboot, das sich unweit der maritimen Grenzen Irans aufhielt, als eine Gefahr einstufte.

Die US-Marine verstärkte ihre Präsenz im Golf in den vergangenen Monaten und begründete dies mit einer möglichen Bedrohung durch Iran. Die iranischen Revolutionsgarden verfügen über zahlreiche kleine Schiffe mit Raketenwerfern.

"Seit 2000 passen wir auf die kleinen Schiffe genau auf", sagte ein Vertreter des Pentagons. Im Oktober 2000 war mit einem kleinen mit Sprengstoff beladenen Schiff im Hafen von Aden im Jemen ein Anschlag auf den US-Zerstörer "USS Cole" verübt worden, bei dem 17 US-Marinesoldaten getötet und 40 verletzt wurden.

kha/AFP/Reuters



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