US-Verteidigungsminister Mattis "Russland möchte mit Gewalt eine neue Landkarte"

Rhetorischer Angriff: US-Verteidigungsminister Mattis nimmt an den ukrainischen Unabhängigkeitsfeierlichkeiten in Kiew teil - und kritisiert Russland. Der Kreml untergrabe die Souveränität europäischer Staaten.
James Mattis

James Mattis

Foto: GLEB GARANICH/ REUTERS

US-Verteidigungsminister James Mattis hat die Kreml-Führung scharf angegriffen. "Wir wissen, dass Russland die internationale Landkarte mit Gewalt neu entwerfen möchte - und damit die Freiheit und Souveränität der europäischen Staaten untergräbt", sagte er in Kiew.

Washington werde weiterhin Druck ausüben, wenn es zu einem aggressiven Verhalten durch Moskau kommen sollte, sagte Mattis im Beisein des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Anlass seines Besuchs ist der 26. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion.

"Wir stehen an der Seite der Ukraine"

Mattis sagte, die USA würden der Ukraine dabei helfen, die Armee zu modernisieren. "Wir stehen an der Seite der Ukraine", sagte er. Zudem warf er Russland vor, das Land halte sich nicht an das Minsker Abkommen.

Seit dem Frühjahr 2014 kämpfen im Osten der Ukraine prorussische Rebellen gegen ukrainische Regierungssoldaten. Mehr als 10.000 Menschen wurden seither getötet. Immer wieder wird gegen das 2015 unter Vermittlung von Deutschland und Frankreich ausgehandelte Friedensabkommen von Minsk verstoßen.

Poroschenko preist "euroatlantische Autobahn"

Poroschenko hatte zuvor in einer Rede das im September in Kraft tretende Partnerschaftsabkommen mit der EU hervorgehoben. "Wir haben einen Weg: eine breite euroatlantische Autobahn, die zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union und der Nato führt", sagte er.

Die EU-Assoziierung und visafreie Reisen in den Schengenraum seien de facto und de jure der endgültige Bruch mit dem von Ronald Reagan benannten "Reich des Bösen" - gemeint war damit zur Zeit des Kalten Kriegs die Sowjetunion.

Militärische Machtdemonstration auf dem Maidan

Zu den Gästen der Unabhängigkeitsfeierlichkeiten zählten auch mehrere Verteidigungsminister aus Nato-Staaten. Etwa 4500 Angehörige der Streitkräfte und Sicherheitsorgane des Landes sowie Dutzende Soldaten verbündeter Länder marschierten in Kiew über den Maidan, den zentralen Platz der Unabhängigkeit.

Truppenparade in Kiew

Truppenparade in Kiew

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An der Parade nahmen auch Veteranen der seit April 2014 währenden sogenannten Anti-Terror-Operation im Osten des Landes teil. Ab Mitternacht soll dort eine neue Waffenruhe zum Schulbeginn am 1. September in Kraft treten.

mho/dop/AFP/Reuters/AP