Inselstreit Biden will sich in China über "Luftverteidigungszone" beschweren

Im Inselstreit zwischen Japan und China will sich die USA nun auch direkt bei der Regierung in Peking über deren "Luftverteidigungszone" beschweren. US-Vizepräsident Joe Biden wird angeblich bei seinem Besuch ein "entstehendes Verhaltensmuster" der Chinesen anmahnen, das "beunruhigend" sei.

Inseln der Senkaku-Gruppe: Spannungen werden Hauptpunkte der Asien-Reise
REUTERS

Inseln der Senkaku-Gruppe: Spannungen werden Hauptpunkte der Asien-Reise


Washington - Die US-Regierung will sich mit der "Luftverteidigungszone" Chinas über den umstrittenen Senkaku Inseln nicht abfinden. Erst flogen amerikanische B-52-Bomber über das Gebiet. Nun will US-Vizepräsident Joe Biden die Führung in Peking auf seiner schon länger geplanten Asien-Reise direkt auf die umstrittene Zone ansprechen, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP in Berufung auf Regierungskreise.

Die Visite biete eine Möglichkeit, die chinesische Regierung mit dem Thema zu konfrontieren und Aufklärung zu verlangen, hieß es weiter. Ein Vertreter der US-Regierung sagte, dass Biden seine Gesprächspartner in Peking auf ein "entstehendes Verhaltensmuster" hinweisen werde, das von Chinas Nachbarn als "beunruhigend" empfunden werde und das Fragen über das chinesische Vorgehen in internationalen Beziehungen aufwerfe.

Hinter der "Luftverteidigungszone" steht ein Streit zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Peking erhebt seit Jahren Anspruch auf die von Tokio kontrollierten Inseln, die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannt werden. Sie sollen reich an Fischgründen sowie Rohstoffvorkommen sein.

Das chinesische Verteidigungsministerium hatte am Samstag erklärt, die "Luftverteidigungszone" solle dem "Schutz vor möglichen Luftangriffen" dienen. Peking veröffentlichte Anweisungen, die Flugzeuge in der betroffenen Zone unter Androhung militärischer Mittel künftig zu beachten hätten. In der Nacht zum Dienstag hatte das US-Militär die "Luftverteidigungszone" aber demonstrativ ignoriert und zwei Militärflugzeuge über das Gebiet fliegen lassen.

Am kommenden Montag beginnt Biden die sechstägige Reise. Den Angaben zufolge stehen unter anderem Treffen mit Chinas Präsident Xi Jinping und Regierungschef Li Keqiang auf dem Programm. Neben China sind für Biden auch Besuche in Japan und Südkorea geplant. Die neuen Spannungen werden voraussichtlich ein Hauptthema seiner Reise sein.

vks/AFP

insgesamt 17 Beiträge
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Taixinomee 27.11.2013
1. Zeitreise
Zitat von sysopREUTERSIm Inselstreit zwischen Japan und China will sich die USA nun auch direkt bei der Regierung in Peking über deren "Luftverteidigungszone" beschweren. US-Vizepräsident Joe Biden wird angeblich bei seinem Besuch ein "entstehendes Verhaltensmuster" der Chinesen anmahnen, das "beunruhigend" sei. http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-vizepraesident-biden-beschwert-sich-bei-china-wegen-inselstreit-a-936036.html
Schon lustig. Wenn man zurück geht, sieht man, dass die USA diesen jahrzehnte langen Konflikt auf der San Francisco Konferenz 1951 ausgelöst haben. Es muss doch einem klar sein, dass eine Regierung, die nur noch Taiwan regiert möööööööglicherweise nicht für ganz China sprechen kann.
cirkular 27.11.2013
2. Und was wollen die USA machen,
wenn China seine Vorstellungen mit Gewalt durchsetzt? China angreifen? Wenn es zum Konflikt zwischen den USA und China kommen sollte, wird kein Schuss fallen, sondern der Dollar.
bloub 27.11.2013
3. warum beschweren?
nimmt die usa doch sowieso nicht ernst, wie man gestern sehen konnte. nachdem keine reaktion seitens der chinesen kam, muss wohl weiter provoziert werden.
joe sixpack 27.11.2013
4. Wenn es zum Konflikt zwischen den USA und China kommen sollte
Zitat von cirkularwenn China seine Vorstellungen mit Gewalt durchsetzt? China angreifen? Wenn es zum Konflikt zwischen den USA und China kommen sollte, wird kein Schuss fallen, sondern der Dollar.
dann bleibt kein Auge trocken - auch Ihre nicht. Vielleicht wirds ja dafuer Zeit. Die USA kann unmoeglich die Landnahme der Inseln duch China tolerieren. Das ist die Lektion aus der Muenchener Konferenz. Appeasement funktioniert nicht.
joe sixpack 27.11.2013
5. muss wohl weiter provoziert werden.
Zitat von bloubnimmt die usa doch sowieso nicht ernst, wie man gestern sehen konnte. nachdem keine reaktion seitens der chinesen kam, muss wohl weiter provoziert werden.
Will China in der naechsten Provokationsrunde ganz Japan in seine ADIZ eingliedern?
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