US-Vorwahl-Attacke Obama nennt Clinton "berechnend" und "Spalterin"

Lange musste Barack Obama Breitseiten aus dem Clinton-Camp abwehren - jetzt nimmt auch er die Glacéhandschuhe ab. Der Ton wird härter: Clinton sei zu polarisierend um die Präsidentschaft für die Demokraten zu gewinnen, eine "spaltende Person" und fast eine Republikanerin.


Denver - Clinton nehme aus purer Berechnung Positionen zu Themen ein, die von Präsident W. Bush und dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, John McCain, vertreten würden, sagte Obama bei einer Wahlkampf-Rede vor rund 10.000 Menschen an der Universität von Denver, in Colorado. Und legte weiter nach: Clinton sei eine kalkulierende, spaltende Person, die bei den Demokraten nur größere Uneinigkeit hervorrufen werde. Der Grund: Sie stimme mit den Republikanern bei Themen wie Handel, der Rolle von Lobbyisten in der Politik und in Fragen der nationalen Sicherheit überein.

Obama bei seiner Rede an der Universität von Denver: Glacéhandschuhe abgenommen
AFP

Obama bei seiner Rede an der Universität von Denver: Glacéhandschuhe abgenommen

"Die Demokraten werden im November nicht gewinnen und eine Mehrheit im Congress erzielen können, wenn sie einen Kandidaten nominieren, der die gegnerische Partei gegen uns einigt, warnte Obama. Vielmehr müsse jemand aufgestellt werden, der das Land mit einer Wechselstimmung einigen könne.

Nach seinem Rücktritt von John Edwards ist der Nominierungsprozess der Demokraten praktisch ein historischer Wettkampf zwischen Clinton und Obama geworden. Vor allem bei außenpolitischen Themen strich er Unterschiede zu seiner Konkurrentin heraus. Der nächste Präsident solle niemand sein, der mit Bush oder McCain übereinstimme und nicht bereit sei, mit manchen Führern in der Welt zu sprechen. Ein Verweis auf seine eigene - viel kritisierten - Äußerung, genau dies zu tun.

"Wir müssen dem amerikanischen Volk bei Themen wie nationaler Sicherheit einen klaren Unterschied zu den Republikanern anbieten", sagte Obama. "Wenn ich der Kandidat der Demokraten für das Präsidentenamt bin werde ich genau das machen."

Colorado ist einer der 22 Staaten an denen am sogenannten "Super-Tuesday" gewählt wird und wo die Obama-Kampagne in den Umfragen vorne liegt. Am Dienstag geht es für die Demokraten um 1678 Delegierte - mehr als 2000 sind jedoch für eine Nominierung notwendig.

cjp/AP



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