US-Vorwahl in Iowa Knapper Vorsprung für Kerry

Bei der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa kündigt sich eine Überraschung an. In den letzten Umfragen lag nicht der aggressive Bush-Kritiker Howard Dean in Führung, sondern Senator John Kerry.

Des Moines - Kerry bekam bei der Umfrage von Reuters und MSNBC 24,4 Prozent der Stimmen. Für Ex-Gouverneur Howard Dean stimmten 23,1 Prozent, für Kongressabgeordneten Richard Gephardt 18,8 Prozent und für Senator John Edwards 18,4 Prozent. Rund zehn Prozent der Befragten gaben an, noch unentschlossen zu sein.

Bei einer Umfrage des "Des Moines Sunday Register" bekam Kerry 26 Prozent. Edwards schob sich mit 23 Prozent auf Platz zwei vor. Dean (20 Prozent) und Gephardt (18 Prozent), fielen weiter zurück. Allerdings schloss auch hier die Hälfte der Befragten, die sich für einen Kandidaten ausgesprochen hatten, nicht aus, dass sie sich noch umstimmen lassen.

Ein Sieg in Iowa wäre ein wichtiger Schub für John Kerry, der einen schwierigen Start in den Wahlkampf hatte. Entscheidend für den Ausgang der Vorwahl in Iowa dürfte die Wahlbeteiligung sein. Tausende Freiwillige sind für die Kandidaten von Tür zu Tür gegangen, um Wähler zu bewegen, die Versammlung in ihrem Wahlkreis aufzusuchen. Für Dean waren rund 3000 Freiwillige von außerhalb des Bundesstaates unterwegs. Gephardt, Kongressabgeordneter aus dem benachbarten Missouri, hatte die Unterstützung von etwa 4000 Gewerkschaftsmitgliedern.

Mindestens 100.000 Demokraten werden zu den rund 2000 Treffen in den Wahlkreisen erwartet, die um 20.30 Uhr Ortszeit (1.30 Uhr MEZ am Dienstag) beginnen. Bei diesen so genannten Caucuses erklären die Anwesenden öffentlich, welchen Kandidaten sie als Herausforderer für US-Präsident George W. Bush bei der Präsidentenwahl im November unterstützen.

Im Rennen in New Hampshire, wo in der kommenden Woche abgestimmt wird, ist Deans Führung Umfragen zufolge zusammengeschmolzen. Dort hat der frühere General Wesley Clark stark aufgeholt, der in Iowa keinen Wahlkampf gemacht hat.

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