US-Wahlkampf Drei Engel für Trump

Der Republikaner Donald Trump gilt als Obermacho. Trotzdem gibt es Frauen, die im US-Wahlkampf ohne Wenn und Aber zu ihm halten. Wer sind diese glühenden Fans?

Corbis/ The Dallas Morning News

Von , Washington


Donald Trump dürfte so langsam doch ein wenig nervös werden: Zwar führt der Milliardär weiter im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Doch richtig rund läuft es für ihn nicht. Oder besser: nicht mehr. Im nördlichen Bundesstaat Wisconsin, wo in der kommenden Woche gewählt wird, liegt sein Rivale Ted Cruz laut Umfragen inzwischen mit zehn Prozent in Führung. Nach Trumps umstrittenen Äußerungen zur Bestrafung von Frauen, die abtreiben, brach ein Sturm der Entrüstung über Trump herein. In Umfragen geben immer mehr weibliche Wähler an, dass sie diesen Kandidaten nicht wählen wollen.

Trotzdem hat er weiterhin Fans unter Frauen. Zu den glühendsten Anhängerinnen gehören eine TV-Kommentatorin und zwei leitende Mitarbeiterinnen in seinem Stab. Sie treten immer dann in Erscheinung, wenn der Kandidat in der einen oder anderen Form unangenehm aufgefallen ist.

  • Die konservative TV-Kommentatorin Kayleigh McEnany, 27, ist Absolventin der Harvard Lawschool und zählte als Praktikantin zum Stab von George W. Bush. Sie gibt im US-Fernsehen fast jeden Abend die Trump-Versteherin. Für sie macht der Milliardär praktisch kaum Fehler. Schuld sind immer die anderen. Als es bei seinen Veranstaltungen zu Schlägereien kam, machte sie dafür in erster Linie die Trump-Gegner verantwortlich. Kritik an Trump nennt sie übertrieben und unfair. "Trump ist ein sehr smarter Mann, er spricht die Sprache des Volkes. Menschen wollen Stärke", sagt sie gerne.

  • Mindestens genauso wichtig ist für Trump seine Sprecherin Katrina Pierson, 39. Die frühere Tea-Party-Aktivistin ist ein Fan harscher Rhetorik und provokanter Inszenierungen. Bei einem TV-Auftritt machte sie von sich Reden, weil sie eine Halskette aus Patronen trug - so wollte sie demonstrativ das Recht auf den Besitz von Waffen unterstreichen. Nachdem Trump verkündet hatte, er wolle keine Muslime mehr ins Land lassen, setzte es harsche Kritik in den Medien. Pierson behauptete fortan, es sei eine liberale Verschwörung im Gange, um Trump als Rassisten zu brandmarken.


Trump-Sprecherin Pierson mit Halskette aus Patronen

  • Mehr im Hintergrund arbeitet Trumps Pressechefin Hope Hicks, 26, gleichwohl ist sie eine zentrale Figur der Trump-Kampagne. Sie koordiniert Trumps Presseauftritte und entscheidet mit, welche Journalisten Interviews mit dem Kandidaten erhalten. Regelmäßig nimmt sie in harschen Statements den Boss in Schutz. Als Trump jüngst die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly wegen ihrer kritischen Berichterstattung über ihn als "verrückt" und "krank" beschimpfte, legte Hicks noch nach und warf der Moderatorin vor, sie berichte immer schlicht falsch über ihren Chef. Hicks ist gelernte PR-Frau und arbeitete vor ihrem Engagement bei Trump in New York für dessen Tochter Ivanka, einer Mode-Unternehmerin.

Clintons Vorsprung bei Frauen wächst

Trumps frauenfeindliche Sprüche wirken auf diese Fans offenbar kaum abschreckend. Bleibt die Frage, ob es Trump in den kommenden Monaten überhaupt noch schaffen kann, sein Macho-Image zu korrigieren.

Vor allem die Demokraten sehen darin längst ein wichtiges Wahlkampfthema. Hillary Clinton, die beste Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei hat, lässt keine Gelegenheit aus, um Trump als Frauenfeind zu brandmarken. Seine Äußerungen über Frauen seien schrecklich, sagt sie. Eine Umfrage von "New York Times" und CBS" sieht für Clinton bei weiblichen Wählern inzwischen einen Vorsprung von 20 Prozent.

Und auch Trumps parteiinterner Rivale Ted Cruz nutzt Trumps Schwäche für sich. Der harte Abtreibungsgegner gibt jetzt demonstrativ den Frauenfreund. Gerade hat er eine neue Kampagne gestartet. "Frauen für Cruz". Immerhin eine wichtige Unterstützerin hat er schon gewinnen können: seine Mutter.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

insgesamt 73 Beiträge
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Stanislaus III. 01.04.2016
1. Trump ist irrational.
Offensichtlich gefällt das solchen Frauen.
Atheist_Crusader 01.04.2016
2.
Ist mir generell unbegreiflich, wie Frauen für die Republikaner stimmen können. Alleine diese perverse Abtreibungsdebatte, mit all den kranken Argumenten, der Heuchelei, der immer wieder zu Schau gestellten Unkenntnis in medizinischen Fragen und nicht zuletzt der offenen Boshaftigkeit der selbsternannten pro-Lifer sollte ausreichen, um jede geistig gesunde Frau aus den Rängen der Republikaner zu vertreiben. (ich empfehle dazu nur mal John Oliver: https://www.youtube.com/watch?v=DRauXXz6t0Y ) Aber ich schätze, das liegt mit am Zwei-Parteien-System. Wenn man für das Recht auf Abtreibung ist, aber gleichzeitig gegen jede Regulierung des Waffenrechts, dann kann man nur ne Münze werfen.
barstow 01.04.2016
3. Andere Länder, andere Sitten
Finde Dich mit ab SPON, verlangst doch sonst soviel Verständnis für andere Kulturen.
bigmitt 01.04.2016
4. Vor 2-3 Wochen....
..saß bei Maischberger auch eine Trump Versteherin doch noch ein paar Minuten wurde mir klar warum . Geld! Ganz einfach! Die hatte von ihm als Beraterin profitiert und würde das sicher noch mehr wenn er Präsident würde.
dbrown 01.04.2016
5. Frauen,
denen man besser nicht in die Quere kommt!
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