US-Vorwahlen Millionär Romney zahlt nur Mini-Steuersatz

Sein Vermögen wird auf 270 Millionen Dollar geschätzt - trotzdem zahlt Mitt Romney weniger Steuern als viele andere US-Gutverdiener. Der Favorit für eine Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird nach dieser Offenbarung nun wohl noch mehr Kritik seiner Rivalen einstecken müssen.

Politiker Romney: ""Nichts, was auf ein Problem hindeuten könnte"
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Politiker Romney: ""Nichts, was auf ein Problem hindeuten könnte"


Myrtle Beach - Seine Kritiker werfen dem Multimillionär Mitt Romney gerne vor, den Bezug zu Geld verloren zu haben. Groß war der Aufschrei, als der republikanische US-Präsidentschaftskandidat seinem Konkurrenten Rick Perry im Dezember öffentlich eine Wette über 10.000 Dollar anbot. Nun könnten seine Gegner neue Munition bekommen: Romney räumte am Dienstag ein, einen geringeren Steuersatz zu zahlen als ein Großteil seiner Landsleute.

"Wahrscheinlich nahe an 15 Prozent", taxierte Romney die Höhe seiner Abgaben. Zuvor hatten ihn seine Rivalen wegen seiner Vergangenheit als Chef der Investmentfirma Bain Capital angegriffen. Konkurrent Newt Gingrich nannte das Geschäftsgebahren der Firma "ausbeuterisch".

Romney, derzeit aussichtsreichster Bewerber der Republikaner, gab an, nur einen geringen Einkommensteuertarif zu zahlen, weil seine Einkünfte überwiegend aus Investmentgeschäften stammen. Diese werden in vielen Fällen geringer besteuert als "normale" Einkommen. Romney liegt mit seinen Abgaben deutlich unter dem üblicherweise von US-Top-Verdienern verlangten Steuersatz von 35 Prozent.

Romney will Steuererklärung offenlegen

Einer weiteren Forderung seiner Kritiker will Romney erst im April nachkommen. Dann werde er seine Steuererklärungen offenlegen, so der 64-Jährige. "Darin gibt es nichts, was auf ein Problem hindeuten könnte. Ich mache das gerne", sagte er.

Der frührere Gouverneur von Massachusetts gilt als einer der reichsten Männer, die je ins Rennen um eine US-Präsidentschaftskandidatur gegangen sind. US-Medien schätzen sein Vermögen auf rund 270 Millionen Dollar.

Romney profitiert von einem Steuerschlupfloch, das auch als "Buffet-Regel" bekannt ist. Der Milliardär Warren Buffett - der ebenfalls einen großen Teil seines Einkommens aus Investmentgeschäften bezieht - hatte in der Vergangenheit öfter bemängelt, dass er prozentual weniger Steuern bezahlt als seine Angestellten.

jok/AP/Reuters

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nudelsuppe 18.01.2012
1.
Zitat von sysopSein Vermögen wird auf 270 Millionen Dollar geschätzt - trotzdem zahlt Mitt Romney weniger Steuern als viele andere US-Gutverdiener. Der Favorit für eine Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird nach dieser Offenbarung nun wohl noch mehr Kritik seiner Rivalen einstecken müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809746,00.html
Das ist der Grund für den Niedergang der USA. Solche Steuersätze. Aber die Republikaner haben sich ja darauf verschworen, keine Steuern zu erhöhen. Irgenwann werden die USA untergehen.
ikarus7 18.01.2012
2.
Zitat von sysopSein Vermögen wird auf 270 Millionen Dollar geschätzt - trotzdem zahlt Mitt Romney weniger Steuern als viele andere US-Gutverdiener. Der Favorit für eine Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird nach dieser Offenbarung nun wohl noch mehr Kritik seiner Rivalen einstecken müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809746,00.html
15% Einkommensteuer für einen Millionär.. Und da wundert sich noch jemand, warum es Amerika finanziell mies geht?
hansausberlin 18.01.2012
3. Das System stimmt nicht
Zitat von sysopSein Vermögen wird auf 270 Millionen Dollar geschätzt - trotzdem zahlt Mitt Romney weniger Steuern als viele andere US-Gutverdiener. Der Favorit für eine Präsidentschaftskandidatur der Republikaner wird nach dieser Offenbarung nun wohl noch mehr Kritik seiner Rivalen einstecken müssen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,809746,00.html
Kein Wunder, dass die Reichen immer reicher werden. 50% Einkommensteuer sollte das Minimum sein. Dann würde es diesen Leuten finanziell immer noch fantastisch gehen. Mit den Mehreinnahmen kann man die Staatsschulden reduzieren und somit eine Basis für eine solide Zukunft aufbauen. Aber die Republikaner wollen ja eher noch Steuern senken. So ganz gesund können die doch im Kopf nicht sein, oder?
cs01 18.01.2012
4. ...
Der Mann zahlt den legalen Steuersatz und trickst auch nicht rum. Das kann man ihm doch wohl kaum vorwerfen. Wenn er Präsident ist und die Rechtslage nicht ändert, dann kann man ihm einen Vorwurf machen, vorher nicht.
Crom 18.01.2012
5.
Wenn man mit Investmentgeschäften Miese macht, bekommt man doch auch keine Steuern vom Staat zurück.
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