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Reaktionen auf US-Wahlsieg Tausende Menschen demonstrieren gegen Trump

"Nicht mein Präsident!" In zahlreichen US-Städten sind Tausende Menschen gegen den Wahlsieger auf die Straße gegangen. Sie sind wütend, fassungslos, wollen Donald Trump nicht als ihren Präsidenten akzeptieren.

New York, Chicago, Washington, Austin, ... : In zahlreichen US-Städten sind Tausende Menschen vor Wut auf die Straße gegangen. Sie wollen den Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl nicht einfach so hinnehmen.

In Berkeley, Seattle, Phoenix, Los Angeles, Richmond, El Cerrito und Oakland kamen vor allem Schüler und Studenten zusammen. Sie hielten - wie die Demonstranten in anderen Städten - Schilder hoch mit Aufschriften wie "Keine Unterstützung für Rassismus" oder "Einwanderer machen Amerika stark". Einer der häufigsten Schriftzüge lautete: "Nicht mein Präsident."

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US-Wahl: Tausende gegen Trump

Foto: EDUARDO MUNOZ/ REUTERS

An der Westküste der USA haben die Demokraten um Hillary Clinton besonders viele Anhänger. Im kalifornischen Oakland kam es teilweise zu gewaltsamen Ausschreitungen. Demonstranten setzten eine Flagge und ein Porträt von Trump in Brand, sie schlugen Scheiben von Geschäften ein und zündeten Autoreifen sowie Müll an. Demonstranten hätten eine Straße blockiert, meldete die "East Bay Times" , bei einem Ausweichmanöver habe ein Autofahrer einen Fußgänger verletzt.

Aber auch im Osten des Landes wurde demonstriert. In Pittsburgh war zu einer Notversammlung unter dem Motto "Lasst uns Trump stoppen" aufgerufen worden. In New York versammelten sich Gegner des umstrittenen US-Milliardärs auf dem Times Square und vor dem Trump Tower - vor dem Gebäude standen Polizisten und sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz.

SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Marc Pitzke war in New York unterwegs und berichtete von Tausenden Menschen, die die Fifth Avenue vor dem Trump Tower blockiert haben. Polizeihelikopter seien im Einsatz.

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In Chicago im Bundesstaat Illinois kamen Tausende vor dem Trump Tower zusammen, um auch hier zu skandieren: "Nicht mein Präsident." Die Menschen hätten den Zugang zum Gebäude sowie den Verkehr blockiert, berichtete die "Chicago Tribune" . Laut der Zeitung waren auch Trump-Anhänger auf den Straßen unterwegs, es sei zu Wortgefechten gekommen.

Am frühen Abend versammelten sich Hunderte Menschen mit Kerzen für eine Mahnwache in der Nähe des Weißen Hauses in Washington. "Die Menschen haben einfach Angst", sagte einer der Organisatoren, Ben Wikler von der linksliberalen Basisgruppe MoveOn.org. "Wir sind hier, um in den dunkelsten Momenten nicht allein zu sein." Vom Weißen Haus zogen die Demonstranten weiter in Richtung des neuen Trump International Hotel, wie die "Washington Post"  meldete. Die Teilnehmer seien wütend, traurig und verzweifelt.

Schon am Wahlabend waren Tausende Studenten landesweit auf die Straßen gegangen. Sie versammelten sich in diversen Uni-Städten. Allein an der Universität von Kalifornien trafen sich rund 1500 bis 3000 Studenten auf dem Campus, berichtet der Sender ABC.

In dieser Altersgruppe hatte Clinton besonders viele Stimmen sammeln können, 56 Prozent der 18- bis 39-Jährigen stimmten für die US-Demokratin. Allerdings ist dies mit zehn Prozent der Wahlberechtigten eine vergleichsweise kleine Gruppe. (Mehr über die Stimmverteilung in den Wählergruppen lesen Sie hier.)

Auch im Netz formulieren viele Menschen ihren Unmut über den Wahlerfolg des 70-jährigen Rechtspopulisten. Auf Twitter machten viele unter den Hashtags #notmyvote , #hesnotmypresident  sowie #RIPUSA  ihrem Ärger Luft.

Clinton selbst hatte ebenso wie US-Präsident Barack Obama zu Einheit aufgerufen. Es gehöre zu den Grundsätzen der Demokratie und Amerikas, das Wahlergebnis zu akzeptieren, sagte Clinton. Auch ihre Anhänger sollten der Präsidentschaft Trumps eine Chance geben. Obama sagte, das Land brauche nun Zusammenhalt und "Respekt füreinander". Natürlich sei man traurig, wenn man eine Wahl verliert. "Aber am Tag danach müssen wir uns darauf besinnen, dass wir alle im gleichen Team spielen."

brk/aar/dpa/Reuters
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