Wisconsin und Pennsylvania Trump-Gegner haben genug Geld für Neuauszählung

In drei US-Staaten könnte die Wahl laut IT-Experten manipuliert worden sein. Die grüne Präsidentschaftskandidatin Stein verlangt eine Neuauszählung. In zwei Staaten hat sie die dafür nötige Summe zusammen.

Jill Stein
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Jill Stein


Bisher gibt es keine Beweise für die Vermutung einiger IT-Experten, dass die Wahlergebnisse in drei US-Bundesstaaten manipuliert worden sein könnten. Geht es nach der früheren Präsidentschaftskandidatin Jill Stein, könnte die dortige Stimmenabgabe aber zeitnah überprüft werden: Sie hat offenbar per Crowdfunding genug Geld für Neuauszählung in Wisconsin und Pennsylvania gesammelt. Das schreibt sie auf der dafür eingerichteten Webseite.

Demnach sollen bisher schon über 4,6 Millionen Dollar zusammengekommen sein. Damit auch das Ergebnis in Michigan überprüft werden kann, bräuchte sie laut Website aber insgesamt sieben Millionen Euro.

Hintergrund für das Vorhaben von Stein sind die angeblichen Erkenntnisse von Computerexperten: Im umkämpften Bundesstaat Wisconsin erhielt Clinton demnach in jenen Bezirken, in denen elektronisch gewählt wurde, sieben Prozent weniger Stimmen als dort, wo Stimmzettel per Hand ausgezählt wurden.

Ob der Antrag auf Neuauszählung damit auch wirklich gestellt wird, ist aber noch nicht klar. Auf der Seite heißt es: "Wir können nicht garantieren, dass es zu einer Neuauszählung in den genannten Staaten kommen wird."

Die Zeit drängt: Für den Staat Wisconsin kann nur bis Freitag eine Überprüfung verlangt werden, schreibt der Nachrichtensender BBC. Für Pennsylvania und Michigan läuft diese Frist am Montag und Mittwoch ab. Für Antrag und Umsetzung werden entsprechende Kosten fällig.

In allen drei Staaten lag Trump knapp vorn. Hätte Clinton die drei Staaten gewonnen, wäre sie Präsidentin geworden. Hinter der Vermutung einer möglicherweise gefälschten Wahl steht J. Alex Halderman, Experte für Wahlcomputer und Direktor des Center for Computer Security and Society. Er will die automatische Auszählung untersuchen und Wahlzettel nachzählen lassen.

Aber: Selbst in Wisconsin gibt es nur diese statistische Korrelation, aber keine Hinweise auf Manipulationen. Datenexperten zerpflückten die Idee auch umgehend. Statistik-Star Nate Silver wies darauf hin, dass die Theorie nicht einmal einen "grundlegenden Plausibilitätscheck" überstehe.

Jill Stein, die sich jetzt für die Neuauszählung einsetzt, war während des US-Wahlkampfs die grüne Präsidentschaftskandidatin. Sie bewarb sich schon 2012 für das Weiße Haus - und kam dabei mit exakt 469.501 Stimmen auf 0,4 Prozent.

mho



insgesamt 353 Beiträge
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joes.world 25.11.2016
1. Der Gag ist, dass jetzt Russland verdächtigt wird,
Wahlautomaten manipuliert zu haben. Es ist halt für einige schwierig, mit Würde eine Wahl zu verlieren. Und man kann Putin viel vorwerfen. Und das meiste zu Recht. Aber dieser Vorwurf ist einfach nur mehr komisch. Aber nehmen wir für einen Augenblick augenzwinkernd diese Verschwörungstheorie ernst. Wieso soll Putin dann die Wahlmaschinen nur bei dieser Wahl manipuliert haben? Hat Obama dann am Ende seine zweite Wahl nur mit Hilfe von Putin gewonnen? Denn Obama war in seiner zweiten Amtszeit der Garant dafür, dass Putin sich Teile fremder Staaten ohne echte Gegenwehr nehmen konnte und seine Truppen Kinder und deren Spitäler und Schulen ungestört in Aleppo bombadieren konnten. Also mehr ein Sturm im Wasserglas derer, die für ihre Hillary noch ihren Endkampf führen wollen. Da muss plötzlich alles möglich sein. Ansonsten hoffe ich, Hillary verkraftet das Ganze auf und ab. Sie sah zuletzt schon ziemlich mitgenommen aus. Zu viel Eigenliebe kostet halt doch verdammt viel Kraft.
monolithos 25.11.2016
2. Kauf Dir eine Demokratie
Unglaublich, dass man sich in den USA eine Überprüfung eines Wahlergebnisses bei berechtigten Zweifeln mit Millionenbeträgen erkaufen muss.
de_populist 25.11.2016
3. Irrelevant
Würde am Ergebnis nichts ändern, im Gegenteil gibt es Anzeichen auf mehr Stimmen für Trump (Er hat auch stark gegen Wahlmanipulationen Stimmung gemacht). Jill Stein kommt nicht annähernd auf 5%, egal wie oft man zählt.
netri 25.11.2016
4.
Klasse Demokratieverständnis.. So lange Stimmen Auszählen bis das Ergebnis Passt... das es die "grüne" Kandiatin ist wundert mich da auch nicht. War ja klar :)
blogpe 25.11.2016
5. Kein Problem damit
Wenn die Gesetze das erlauben und sie die Kosten trägt, dann kann sie ruhig zählen. Sollte sich herausstellen, dass Clinton doch gewonnen hat, dann sollte sie auch Präsidentin werden. Was Recht ist muss Recht bleiben. Sollte Trump Präsident bleiben, sind Steins Millionen weg und stehen dann für anderen, ähnlichen Unsinn nicht mehr zur Verfügung. Ich sehe nur Vorteile.
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