US-Wahl-Countdown Obama weiter vorn

Elf Tage vor der US-Präsidentschaftswahl liegt der demokratische Kandidat Barack Obama in landesweiten Umfragen weiter vorn - doch der Abstand zum republikanischen Konkurrenten John McCain ist geringer geworden.


Washington - Der Online-Dienst Realclearpolitics zeigt in den am Freitag abgebildeten Umfragen weiterhin einen ordentlichen Vorsprung für den demokratischen Kandidaten. Diesem Überblick über alle aktuellen Erhebungen zufolge führt Barack Obama in den landesweiten Umfragen vor John McCain.

Den deutlichsten Vorsprung sieht die Umfrage im Auftrag der "New York Times" und des Fernsehsenders CBS: 13 Prozentpunkte. Demnach wollen 52 Prozent der US-Wähler für Obama stimmen, 39 Prozent für McCain. Damit schrumpfte Obamas Vorsprung im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt.

Bemerkenswert ist demnach der deutlich geringere Rückhalt des Demokraten bei den nicht parteilich gebundenen Wählern. Hier sank sein Vorsprung gegenüber McCain um zwölf Prozentpunkte auf 45 Prozent Zustimmung gegenüber 39 Prozent für den Republikaner. Die "New York Times" hat in ihrer Ausgabe vom Freitag eine klare Wahlempfehlung für Obama ausgesprochen .

Bei den landesweiten Umfragen schwankt der Vorsprung für Obama stark. IBD/TIPP sieht den geringsten Abstand zwischen McCain und Obama: 44 Prozent zu 45 Prozent. Gallup sieht einen Vorsprung von 4 Prozentpunkten für Obama. Hier steht es demnach 50 zu 46 für den Demokraten. Reuters/C-SPAN/Zogby gehört zu denen, die einen großen Vorsprung für Obama errechnet haben: 52 zu 40 Prozent. Einen ähnlich großen Abstand sieht auch die jüngste Umfrage von ABC News und der "Washington Post". Demnach liegt Obama 11 Prozentpunkte vor McCain. Realclearpolitics hat einen Durchschnittswert aller Umfragen errechnet und der liegt bei 50,1 für Obama zu 42,6 für McCain.

In den einzelnen Bundesstaaten ist die Lage weniger klar. Realclearpolitics listet derzeit sieben Staaten auf, in denen noch keine klare Präferenz für einen Demokraten zu sehen ist: Florida, Missouri, North Carolina, Nevada, Indiana, Montana und North Dakota. Laut einer Umfrage der Quinnipac University sank Obamas Vorsprung in den Schlüsselstaaten Florida und Pennsylvania im Vergleich zum Monatsanfang leicht, in Ohio baute er seinen Vorsprung hingegen aus. In Montana sieht erstmals seit Juli wieder eine Umfrage Obama vor McCain.

In Europa ist laut einer Umfrage des Instituts Harris Interactive die Mehrheit für Obama. In Deutschland würden demnach 72 Prozent der Befragten für den Demokraten stimmen.

In den USA wird der Präsident durch ein Wahlmännergremium bestimmt, dessen Zusammensetzung von den Ergebnissen in den einzelnen Bundesstaaten abhängt. Um Präsident zu werden, muss ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlmännern erreichen. Die Wahl findet am 4. November statt.

ler/AFP



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