US-Wahl Die Nacht der großen Worte

Nach mehr als fünf Wochen geht das US-Wahldrama nun seinem Ende entgegen. Nach der Entscheidung des Obersten US-Gerichts will Al Gore in der Nacht eine Rede an die Nation halten - und vermutlich seine Niederlage eingestehen. Eine Stunde nach Gore will Bush sprechen.


George W. Bush
AFP

George W. Bush

Washington - Vizepräsident Al Gore hat sich den Tag über auf seine mit Spannung erwartete Rede vorbereitet. Bereits am Mittwochmorgen traf er sich mit seiner Frau Tipper und führenden Beratern. Er will sich in der Ansprache an die Nation nach Medienberichten versöhnlich zeigen und Republikaner und Demokraten zur Zusammenarbeit aufrufen. Am Vormittag hatte Gore seine Helfer und die Wahlkomitees in Florida aufgefordert, ihre Bemühungen um weitere Handzählungen strittiger Stimmen einzustellen.

Damit behält der texanische Gouverneur George W. Bush seinen knappen Stimmenvorsprung in Florida. Der Weg für Bush ins Weiße Haus wäre somit frei. Aus der texanischen Hauptstadt Austin hieß es am Mittwoch, Bush wolle sich ebenfalls in der Nacht an die Nation wenden.

Al Gore
DPA

Al Gore

Während des Tages hatten es Bush und Gore vermieden, sich vor der Presse zu äußern. Den wartenden Journalisten riet der texanische Gouverneur lediglich, sich erst einmal zu gedulden. Offenbar will er die Rede Gores abwarten und damit sicher stellen, dass der kämpferische Vizepräsident auch wirklich aufgibt.

Gore zieht mit dem Eingeständnis die Konsequenzen aus seiner Niederlage vor dem Obersten Gericht der USA im zähen Rechtsstreit um die Stimmenauszählung in Florida. "Das Rennen ist vorbei", sagte ein führender Berater Gores am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem bisherigen Vizepräsidenten.



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