US-Wahl Mutmaßlicher russischer Hacker in Spanien festgenommen

Die spanische Polizei hat einen russischen Informatiker in Gewahrsam genommen - offiziell wegen einer "internationalen Beschwerde". Laut seiner Ehefrau wird ihm die Beeinflussung der US-Wahl vorgeworfen.
Flughafen in Barcelona

Flughafen in Barcelona

Foto: Alberto Estevez/ picture alliance / dpa

Ein russischer Informatiker ist bei der Ankunft auf dem Flughafen in Barcelona von der spanischen Polizei festgenommen worden. Nach Angaben seiner Ehefrau werfen die Behörden dem Mann vor, an einer Cyber-Kampagne zur Beeinflussung des US-Präsidentschaftswahlkampfs beteiligt gewesen zu sein. Piotr Lewatschow sei am Freitag aufgrund einer "internationalen Beschwerde" in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Die russische Botschaft bestätigte die Festnahme, machte aber keine weiteren Angaben über die Hintergründe. Die Ehefrau, Maria Lewatschow, sagte dem russischen Propaganda-Sender Russia Today, ihr Mann sei "auf Verlangen der US-Behörden" festgenommen worden. Die Ermittler hätten ihr gesagt, dass ein "Virus, der anscheinend von meinem Mann erstellt wurde", in Verbindung stehe mit dem Wahlsieg des heutigen US-Präsidenten Donald Trump. Weder die spanische Polizei noch das russische Konsulat bestätigten diese Angaben.

Die USA werfen Russland vor, den Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr beeinflusst zu haben. Das FBI und mehrere Kongressausschüsse untersuchen derzeit, ob Russland den Wahlkampf beeinflusst hat und ob es bedenkliche Kontakte zwischen dem Wahlkampfteam von Donald Trump und Vertretern Russlands gab. Die drei US-Geheimdienste FBI, CIA und NSA hatten im Januar eine Analyse veröffentlicht, wonach Russland E-Mails der Demokraten gehackt und an WikiLeaks weitergegeben haben soll. Ziel sei es gewesen, die US-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen.

Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück. Zuletzt hatte Präsident Wladimir Putin sich persönlich zu Wort gemeldet. Kontakte, die russische Diplomaten in den USA unterhalten hätten, gehörten zu deren routinemäßiger Arbeit, sagte Putin. Andere Anschuldigungen seien Lügen und Provokationen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass von den USA gesuchte russische Hacker im Ausland von Sicherheitsbehörden aufgegriffen werden. Bereits Mitte Januar war ein Informatiker aus Russland in Barcelona festgenommen worden, nach ihm hatten die US-Behörden gefahndet.

brk/AFP
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