US-Wahlkampf Pornodarstellerin beschuldigt Trump

Donald Trump soll ihr 10.000 Dollar für Sex geboten haben: Diesen Vorwurf erhebt die Pornodarstellerin Jessica Drake. Der Präsidentschaftskandidat weist das zurück - und droht mit Klage.


Eine weitere Frau hat dem republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen. Trump habe sie und zwei Begleiterinnen 2006 umarmt und ohne ihre Zustimmung geküsst, sagte die Pornodarstellerin Jessica Drake bei einer Pressekonferenz. Später habe er ihr 10.000 Dollar geboten, wenn sie in sein Hotelzimmer komme.

Drake ist eine von elf Frauen, die Trump sexuelle Übergriffe vorwerfen. Vor zwei Wochen hatte die "Washington Post" ein Video aus dem Jahr 2005 veröffentlicht, in dem Trump in vulgären Worten damit prahlt, wie er Frauen sexuell belästigt.

Trump weist die Vorwürfe der Frauen als Lügen und Verleumdungen zurück und droht damit, sie nach der Wahl zu verklagen. Er beschuldigt außerdem das Wahlkampfteam seiner Rivalin Hillary Clinton, ihn diffamieren zu wollen.

Drake schilderte, sie habe Trump 2006 bei einem Golf-Wettbewerb im kalifornischen Lake Tahoe kennengelernt. Er habe mit ihr geflirtet und sie anschließend in sein Hotelzimmer gebeten. Dorthin habe sie zwei weitere Frauen als Begleitung mitgenommen, sagte Drake.

Als sie in das Zimmer gekommen seien, habe Trump einen Pyjama getragen und "jede von uns eng gepackt und geküsst, ohne um Erlaubnis zu fragen". Er habe sie gefragt, wie es sei, Pornos zu drehen. Nachdem sie auf ihr Zimmer zurückgekehrt sei, habe Trump sie angerufen und aufgefordert, wieder in seine Suite zu kommen. Nachdem sie abgelehnt habe, habe sie einen weiteren Anruf von Trump oder einem anderen Mann erhalten, der ihr 10.000 Dollar geboten und einen Heimflug in Trumps Privatjet geboten habe, wenn sie in sein Zimmer komme und Sex mit ihm habe.

Trumps Wahlkampfteam wies die Vorwürfe zurück. "Diese Geschichte ist total falsch und lächerlich", hieß es in einer Erklärung. "Mr. Trump kennt diese Person nicht, erinnert sich nicht an diese Person und hätte kein Interesse daran, sie jemals zu kennen." Drakes Anwältin Allred zeigte bei der Pressekonferenz jedoch ein Foto, das Trump und die Pornodarstellerin zusammen zeigt.

cte/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.