US-Wahlkampf Arabische Liga attackiert Gingrich

Die Arabische Liga wehrt sich gegen Äußerungen des Präsidentschaftsbewerbers Gingrich. Sie seien unverantwortlich und gefährlich. Der Republikaner hatte die Palästinenser als erfundenes Volk bezeichnet.  
Newt Gingrich in der Kritik: Scharfe Kritik der Arabischen Liga

Newt Gingrich in der Kritik: Scharfe Kritik der Arabischen Liga

Foto: STAN HONDA/ AFP

Kairo - Newt Gingrich hat den Zorn der Arabischen Liga auf sich gezogen. Mit scharfen Worten reagierte ein Vertreter der Institution auf die jüngsten Äußerungen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers zum Nahost-Konflikt. Der für palästinensische Angelegenheiten zuständige Vertreter, Mohammed Sobeih, sagte am Sonntag in Kairo, Gingrichs Bemerkungen seien "unverantwortlich und gefährlich". Er habe US-Interessen für Stimmen geopfert, die Äußerungen liefen konträr zu demokratischen Werten und internationalen Vereinbarungen.

Der prominente US-Republikaner hatte die Nahostpolitik von Präsident Barack Obama als realitätsfern kritisiert und die Palästinenser als "erfundenes Volk" bezeichnet. Gingrich hat gute Chancen, als Kandidat der Republikaner in die Präsidentenwahl 2012 zu gehen. In einem Interview des Fernsehsenders Jewish Channel sagte er: "Erinnern Sie sich, es hat nie einen Staat Palästina gegeben." Es sei bis ins frühe 20. Jahrhundert ein Teil des Osmanischen Reiches gewesen. "Ich glaube, dass wir ein erfundenes palästinensisches Volk haben, die faktisch Araber sind und historisch ein Teil der arabischen Gemeinschaft." Und sie hätten die Möglichkeit gehabt, in viele Gebiete zu gehen, fügte Gingrich in dem Interview hinzu, dass der Sender am Freitag im Internet veröffentlichte.

Gingrich bemüht sich wie andere republikanische Präsidentschaftsbewerber um die Unterstützung der jüdischen Bevölkerung in den USA und versprach, als Präsident die Beziehungen zu Israel zu stärken. In dem Interview sagte er, die im Gaza-Streifen herrschende radikale Hamas und die das Westjordanland verwaltende palästinensische Autonomiebehörde hätten den starken Wunsch, Israel zu vernichten.

Während die Hamas bei der US-Regierung als terroristische Gruppe gilt, betrachtet sie die Autonomiebehörde unter Präsident Mahmud Abbas als moderate Vertretung der Palästinenser und fördert Verhandlungen zwischen ihr und Israel. Abbas selbst hat der Gewalt gegen Israel abgeschworen und versucht, einen unabhängigen Palästinenserstaat auf dem Verhandlungsweg zu erreichen. Die diplomatischen Bemühungen Obamas in dem Konflikt seien "weit abseits von jeder Realität", sagte Gingrich. "Das ist so, als ginge man mit einem kleinen Kind in den Zoo und erklärte ihm, der Löwe sei ein Kuschelhäschen."

ler/dapd/Reuters
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