US-Wahlkampf brutal Rumsfeld, die Wand und der Demokraten-Aussetzer

Im US-Wahlkampf geht es hart zur Sache, manchmal auch geschmacklos. Ein Demokraten-Club in Florida hat in einer Zeitungsanzeige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wegen des Irak-Krieges ins Visier genommen. Er gehöre an die Wand gestellt. Präsidentschaftskandidat Kerry distanzierte sich umgehend.

Miami - Die Anzeige wurde vergangene Woche von einem Demokraten-Club in St. Petersburg in der kleinen Zeitung "The Gabber" aufgegeben, die einmal die Woche in Gulfport erscheint, einem Ort an der Golfküste Floridas. In dem Inserat wird Rumsfeld als "Hurensohn" bezeichnet. Man müsse ihn "gegen eine Mauer stellen und sagen: 'Dies ist einer unserer schlechten Tage' und den Abzugshebel betätigen". Die Anzeige spielt auf einen Ausspruch Rumsfelds an, der kürzlich zur Irak-Krise gesagt hatte: "Wir haben unsere guten Tage und unsere schlechten Tage."

In dem Inserat wird weiter gefragt, wie viele Menschen im Irak noch getötet würden, bevor die "Bush-Sippe" sich zufrieden gebe. "Wie viele Beerdigungen unserer Toten im Irak hat Bush besucht?" Außerdem werden die USA aufgefordert, ihre Truppen aus dem Irak abzuziehen.

Das Wahlkampfteam von George W. Bushs demokratischen Herausforderer John Kerry distanzierte sich rasch von dem Inserat in dem Blatt. "Kerry duldet diese Art Reklame nicht und hält sie für falsch", sagte seine Sprecherin Stephanie Cutter gegenüber dem US-Sender CNN. Man habe die Demokraten in dem zuständigen Bezirk Pinellas County aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Anzeige zurückgenommen wird. Deren Parteichef Kevin Jansen beeilte sich umgehend mitzuteilen, die Demokraten würde eine solche "Dummheit" wie diese Anzeige nicht dulden.

"The Gabber" hat eine Auflage von 9700 Exemplaren. Mitherausgeber Ken Reichart kündigte eine Stellungnahme der Zeitung in der nächsten Ausgabe an. "Die Anzeige hätte nicht gedruckt werden dürfen." Das Inserat sei kurz vor Andruck aufgegeben worden, entschuldigte er sich.

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