US-Wahlkampf Duell der Vizes

Nach dem Fernsehduell zwischen US-Präsident Bush und Herausforderer Kerry treten in der Nacht Vizepräsident Dick Cheney und der demokratische Kandidat für das Stellvertreter-Amt, John Edwards, gegeneinander an. Der Debatte wird wegen der verwirrenden Äußerungen von Verteidigungsminister Rumsfeld besondere Bedeutung beigemessen.


Demokrat Edwards: Soll Schwung in den Wahlkampf bringen
DPA

Demokrat Edwards: Soll Schwung in den Wahlkampf bringen

Cleveland - Der republikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte am Montag zunächst eingeräumt, dass es keine Verbindung zwischen Saddam Hussein und Osama bin Laden gegeben habe. Wenig später erklärte er jedoch, er sei missverstanden worden.

Auch aus anderen Gründen messen sowohl Republikaner als auch Demokraten dem Auftritt eine große Bedeutung zu. Dies hat vor allem mit der ersten Fernsehdebatte zwischen US-Präsident George W. Bush und seinem Herausforderer Senator John Kerry zu tun, bei der Kerry überraschend gut abschnitt. Seitdem gilt die Präsidentenwahl am 2. November wieder als völlig offen.

Die Republikaner hoffen nun, dass Cheney mit seiner jahrzehntelangen außenpolitischen Erfahrung eine Zuverlässigkeit vermittelt, die der Partei wieder einen Schub gibt. Die Demokraten ihrerseits setzen auf die Fähigkeiten von Edwards, die er sich in mehr als 20 Jahren im Gerichtssaal erworben hat. Er soll den Schwung weitertragen, den Kerry mit seiner ersten Fernsehdebatte dem Wahlkampf gegeben hat.

US-Vizepräsident Cheney: Soll mit außenpolitischer Erfahrung punkten
AP

US-Vizepräsident Cheney: Soll mit außenpolitischer Erfahrung punkten

Es wird erwartet, dass sowohl Cheney als auch Edwards auf die Spitzenkandidaten verweisen und deren Fähigkeiten in den Vordergrund stellen werden. Dabei soll es sowohl um die Innen- als auch die Außenpolitik gehen. Sicher scheint aber auch, dass das Thema Irak wieder einen großen Stellenwert haben wird.

Die Vergangenheit der beiden Kandidaten wird im jeweils anderen politischen Lager heftig kritisiert. Cheney war früher Chef des Konzerns Halliburton, der jetzt beim Wiederaufbau Iraks reichlich mit Aufträgen bedacht wurde. Edwards hatte sich als Anwalt auf Schadenersatzklagen spezialisiert, die seinen Klienten Millionen Dollar einbrachten.

Die Debatte findet in Ohio statt, einem der umkämpften Staaten in jedem Wahlkampf. Bush gewann hier 2000 nur mit einem Vorsprung von 3,6 Prozent. Das um 3.00 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit beginnende TV-Duell ist das einzige zwischen den beiden Bewerbern um das Vizepräsidentenamt vor der Wahl am 2. November. Der US-Präsident und sein Herausforderer Kerry treffen am Freitag wieder aufeinander.



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