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Obama vs Romney: TV-Duell in Boca Raton

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+++ Minutenprotokoll +++ "Jedes Mal liegen Sie falsch"

Krieg in Syrien, Konflikte mit China, Spannungen mit Israel: Beim Thema Außenpolitik wollten Obama und Romney Führungsstärke beweisen. Doch der Herausforderer schwächelte, musste sich vom Präsidenten belehren lassen. Hier die Höhepunkte des TV-Duells im Minutenprotokoll.

+++ Schluss-Appelle +++

[4.31 Uhr] Beide Kandidaten wenden sich nun direkt an die Wähler. Sie verweisen auf die Unterschiede in ihren politischen Programmen. Romney wirbt um die Unentschlossenen und sagt, er wisse, wie er mit dem politischen Gegner, den Demokraten zusammenarbeiten könne. Obama versucht es mit einer Bilanz seiner aktuellen Amtszeit. Dann attackiert er Romney, der Republikaner stehe für ein anderes Amerika, ein ungerechteres.

+++ Stilfragen +++

[4.30 Uhr] Romney versucht, mit sehr schlichten Botschaften zu punkten: "Jagt die bösen Jungs", "Amerika muss führen" - auf differenziertere Argumente verzichtet er. Obama ist das innerliche Kopfschütteln darüber manchmal anzusehen. Seine wichtigste Botschaft: Amerika sei kriegsmüde, jetzt gehe es darum, die Nation nach innen zu stärken. Romney blaffte er an: "Jedes Mal, wenn Sie eine Meinung zu etwas vorlegen, liegen Sie falsch."

+++ Schlüsselfrage: Was ist die größte Bedrohung für die USA? +++

[4.19 Uhr] Obama antwortet: Terrorismus durch islamische Extremisten - und Chinas Verstöße gegen Handelsabkommen. Doch vor allem müssten die USA auch ihre Hausaufgaben machen, der beste Schutz vor der wirtschaftlichen Übermacht Chinas sei ein wirtschaftlich starkes Amerika.

Romney antwortet: die nukleare Bedrohung durch Iran sei die größte militärische Bedrohung, China die größte wirtschaftliche. Er wiederholt sein Argument, dass nur ein starkes US-Militär die Vormacht der Nation garantieren könne.

+++ Afghanistan-Krieg: Einigkeit beim Drohneneinsatz +++

[4.15 Uhr] Romney unterstützt den Einsatz von Drohnen im Afghanistan-Krieg. Er sei für "jedes Mittel", das geeignet sei, Amerikas Feinde auszuschalten, sagt der Republikaner.

+++ "Wir hätten Pakistan nicht um Erlaubnis gefragt"+++

[4.08 Uhr] Obama versucht mit seinem größten außenpolitischen Triumph zu punkten: Unter seiner Führung sei Amerikas Staatsfeind Nummer eins, Osama Bin Laden, zur Strecke gebracht worden. Romney dagegen hätte vor dem Zugriff zunächst Pakistan um Erlaubnis bitten wollen, um den Qaida-Führer dort zu exekutieren. Er jedoch, so Obama, habe niemanden um Erlaubnis gefragt, sondern gehandelt. Wenn er Pakistan gefragt hätte, wäre die Mission fehlgeschlagen.

Fingerzeig von Obama: "Wir hätten Pakistan nicht um Erlaubnis gefragt"

Fingerzeig von Obama: "Wir hätten Pakistan nicht um Erlaubnis gefragt"

Foto: JOE SKIPPER/ REUTERS

+++ Israel-Iran-Konflikt +++

[4.00 Uhr] Romney wirft Obama vor, Iran schätze die US-Regierung als schwach ein. Amerika müsse der iranischen Regierung 100-prozentig klarmachen, dass man eine atomare Bewaffnung des Landes nicht akzeptieren werde. Das gefährde die Beziehung zu Israel. Obama weist den Vorwurf entschieden zurück: "Wenn Israel angegriffen wird, dann wird Amerika Israel zur Seite stehen." Im Gegensatz zu Romney halte er es aber für falsch, die USA in einen "voreiligen" Krieg gegen den Iran zu ziehen. Einen Zeitungsbericht vom Wochenende, dass Teheran nach der US-Wahl direkt mit den USA verhandeln wolle, bezeichnete der Präsident als falsch.

+++ Beide Teams proklamieren besseren Start +++

[3.51 Uhr] Das Duell läuft gerade mal 40 Minuten, da schicken die Wahlkampfteams beider Kandidaten schon erste Einschätzungen: Obamas Mannschaft feiert einen "starken Beginn" des Präsidenten, Romneys Team bezeichnet die Staatsschulden in Höhe von 16 Billionen Dollar als "Gefahr für die nationale Sicherheit" - alles natürlich in Großbuchstaben.

+++ Streit über Militärausgaben +++

[3.43 Uhr] Romney will die Ausgaben für das Militär nicht kürzen, da gebe es andere teurere Posten im Etat, zum Beispiel Obamacare. Obama hakt nach: Romney wolle zwei Billionen Dollar ins Militär investieren, obwohl nicht einmal die Armee selbst die Notwendigkeit dafür sehe.

+++ Der Moderator wirkt schwach +++

[3.40 Uhr] Die Debatte droht dem Moderator Bob Schieffer zu entgleiten. Obama und vor allem Romney schweifen immer wieder vom Thema ab - und beten ihre wirtschaftspolitischen Programme herunter. Die Außenpolitik rückt immer mehr in den Hintergrund. Interventionen von Schieffer? Fehlanzeige.

Romney, Obama: Streit über Ausgaben für das US-Militär

Romney, Obama: Streit über Ausgaben für das US-Militär

Foto: JEWEL SAMAD/ AFP

+++ Nächstes Thema: Amerikas Rolle in der Welt +++

[3.30 Uhr] Romney schlägt immer wieder den Bogen zur Wirtschaftspolitik. So auch bei der Frage, welche Rolle Amerika in der Welt übernehmen soll. Nur wenn die US-Konjunktur sich stärker als bislang erhole, könne Amerika seiner Führungsrolle gerecht werden. Der Republikaner betet seine wirtschaftspolitische Agenda herunter - fast wortgleich wie in den ersten beiden Duellen.

++ Romney wirkt nervös +++

[3.30 Uhr] Romney ist beim Thema Außenpolitik wenig sattelfest, stolpert immer wieder: Er verwechselt Iran und Irak, sagt "Assad", wenn er Kofi Annan meint. Formelhaft wiederholt er sein Mantra: "America must lead" und flüchtet sich ins Thema Wirtschaftspolitik.

+++ Welche Rolle spielen die USA in Syrien? +++

[3.24 Uhr] Romney wirft Obama vor, keine Führungsrolle zu übernehmen bei den internationalen Bemühungen, den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden. Der syrische Diktator Baschar al-Assad müsse abgelöst werden. Obama reagiert gelassen: Romney habe keine eigenen Ideen, wie die Krise gelöst werden könne.

Romney, Obama: Noch halten sich die Kontrahenten mit direkten Angriffen zurück

Romney, Obama: Noch halten sich die Kontrahenten mit direkten Angriffen zurück

Foto: JOE SKIPPER/ REUTERS

+++ Erstes Thema: Umwälzungen in der arabischen Welt +++

[3.10 Uhr] Obama und Romney streiten über den Kampf gegen den Terror. Der Republikaner wirft dem US-Präsidenten vor, nicht entschieden genug gegen die Gefahr vorzugehen, die vom Terrornetzwerk al-Qaida ausgehe. Obama kontert süffisant: Er sei ja froh, dass Romney nun die Gefahr anerkenne, die von al-Qaida ausgehe. "Noch bis vor kurzem haben Sie Russland als größte Gefahr für die USA bezeichnet." Doch der Kalte Krieg sei ja nun wirklich vorbei, so der US-Präsident.

++++ Obama hört "aktiv" zu +++

[3.10 Uhr] Obama hat aus den Fehlern des ersten TV-Duells gelernt: Statt nach unten zu starren, wenn sein Kontrahent sprach, hört er Romney jetzt aktiv und mit leichtem Lächeln auf dem Gesicht zu. Und er attackiert.

+++ Begrüßung +++

[3.05 Uhr] Die Kontrahenten begrüßen sich mit dem üblichen Schulter-Arm-Griff. Das soll Überlegenheit symbolisieren. Da es beide machen, hält sich die Wirkung allerdings in Grenzen.

+++ Gleich geht's los +++

[2.55 Uhr] Der Moderator des Duells, TV-Veteran Bob Schieffer vom US-Sender CBS, sitzt bereits am Tisch, wartet auf die beiden Spitzenpolitiker.

Moderator Schieffer: Im Mittelpunkt der Debatte steht die US-Außenpolitik

Moderator Schieffer: Im Mittelpunkt der Debatte steht die US-Außenpolitik

Foto: JASON REED/ REUTERS

+++ Im Fokus der Kameras: Die Ehefrauen +++

[2.45 Uhr] Immerhin: Die Ehefrauen der Kontrahenten hatten diesmal ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl ihrer Garderobe: kein farblicher Gleichklang mehr wie bei der letzten TV-Debatte! Ann Romney trägt Grün, Michelle Obama ein graues Kleid mit schwarzer Stickerei.

+++ Herzlich Willkommen! +++

[2.40 Uhr] 20.40 Uhr in Boca Raton, 2.40 Uhr in Hamburg: Herzlich Willkommen zu unserem Liveticker! In einer halben Stunde beginnt das dritte und letzte TV-Duell zwischen Barack Obama und Mitt Romney. Das erste hatte laut Umfragen der republikanische Herausforderer gewonnen, das zweite Amtsinhaber Obama. Dieses Mal wird es um Außenpolitik gehen, um Afghanistan, Iran, den Nahen Osten.

In Umfragen liegen die Kandidaten nah beieinander. Entsprechend groß ist die Spannung vor dem letzten TV-Duell. Leistet Romney sich erneut einen peinlichen Patzer wie beim letzten Mal, als er erzählte, er habe sich für seine Kabinettsumbildung "ganze Ordner voller Frauen" bringen lassen? Und welche Strategie verfolgt Obama? Wird er seinen Herausforderer wieder direkt attackieren oder gibt er sich dieses Mal eher präsidial? Verfolgen Sie die Höhepunkte der Debatte im Liveticker von SPIEGEL ONLINE.

cte/pad/pit
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