US-Wahlkampf Obama attackiert Wirtschaftspolitik der Republikaner

Barack Obama hat wegen der Bankenkrise in den USA die Wirtschaftspolitik der Republikaner massiv kritisiert. Die Partei stehe für eine falsche Philosophie. Sein Rivale John McCain forderte dagegen grundlegende Finanzmarktreformen.


Washington - Barack Obama macht die Republikaner für die eskalierende Bankenkrise mitverantwortlich. Er sprach am Montag von der "ernsthaftesten Finanzkrise seit der Großen Depression" der dreißiger Jahre. Zwar mache er nicht John McCain dafür verantwortlich: "Aber ich gebe die Schuld der Wirtschaftsphilosophie, für die er steht."

Es sei "eine Philosophie, die wir in den letzten acht Jahren hatten", hieß es in einer Erklärung Obamas. "Eine (Philosophie), die uns sagt, dass wir den Reichen mehr und mehr geben sollen und hoffen sollen, dass der Wohlstand zu allen anderen nach unten durchsickert." Diese Haltung besage, dass "selbst nach gesundem Menschenverstand vernünftige Regulierungen unnötig und unklug sind, und dass wir nur unseren Kopf in den Sand stecken und wirtschaftliche Probleme ignorieren sollen, bis sie sich zur Krise steigern". Die USA könnten sich keine weiteren vier Jahre mit dieser "gescheiterten Philosophie" leisten.

McCain erklärte, er sei gegen eine steuerfinanzierte Geldspritze für die insolvente Investmentbank Lehman Brothers. Die USA müssten "der überragende Finanzmarkt der Welt" bleiben. "Das wird eines der wichtigsten Ziele meiner Regierung sein", hieß es in einer Erklärung McCains. Zu diesem Zweck seien grundlegende Reformen in Washington sowie an der Wall Street notwendig.

Obama kämpft derzeit gegen einen deutlichen Aufschwung McCains in der Wählergunst an. Nachdem der Demokrat in Umfragen längere Zeit vorn lag, zog McCain zuletzt mit ihm gleich und überholte ihn zum Teil sogar. Obama hofft nun, beim Thema Wirtschaft punkten zu können. Dieses Thema hat für die amerikanischen Wähler derzeit die größte Bedeutung, noch vor den Kriegen im Irak und in Afghanistan.

als/AP



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