Obama vs. Romney: Schmutziger Wahlkampf ums Weiße Haus
US-Wahlkampf Obama beleidigt Romney als Dummschwätzer
Washington - Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA wird mit immer härteren Bandagen geführt. Da schreckt Amtsinhaber Barack Obama auch vor Schimpfworten nicht zurück. In einem Interview mit der Musikzeitschrift "Rolling Stone" bezeichnete der Demokrat seinen Herausforderer Mitt Romney als "Bullshitter". Dummschwätzer ist für diesen Ausdruck noch die schmeichelhafteste Übersetzung.
In dem Gespräch mit dem Magazin wurde Obama auf seine große Popularität bei Kindern angesprochen. Darauf antwortete der Präsident wörtlich: "Kinder haben einen guten Instinkt. Sie schauen auf den andern und sagen: Das ist ein Dummschwätzer." Das Romney-Lager reagierte prompt: Obama habe nichts zu bieten als Attacken und Beleidigungen, zitierte der TV-Sender CNN einen Romney-Sprecher.
Präsidentensprecher Dan Pfeiffer sagte, Obama habe deutlich machen wollen, dass die Wähler Romney nicht vertrauen könnten. Die Menschen sollten sich "nicht von dem Wort ablenken lassen", sondern sich "auf dieses Thema konzentrieren".
Obama hat nicht zum ersten Mal in der Öffentlichkeit mit drastischen Ausdrücken für Aufsehen gesorgt. Vor drei Jahren sagte er über den US-Musiker Kanye West: "He is a jackass", also ein dummer Kerl, ein Idiot.
Obama hat schon abgestimmt
In Meinungsumfragen liefern sich Obama und Romney weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos sieht den Herausforderer derzeit mit 47 zu 46 Prozent im Vorteil. In den meisten wahlentscheidenden Swing States liegt jedoch der Präsident leicht vorn. 13 Prozent der registrierten und 30 Prozent der wahrscheinlichen Wähler sind noch unentschieden, wem sie ihre Stimme geben werden.
Laut einer Umfrage der Washington Post schwindet besonders bei weißen US-Bürgern die Unterstützung für den Amtsinhaber. 59 Prozent der weißen Wähler, die vermutlich zur Wahl gehen, hätten sich für Romney ausgesprochen, lediglich 38 Prozent für Obama. Vor vier Jahren habe der Demokrat bei Weißen lediglich um acht Prozentpunkte hinter seinem damaligen Gegner John McCain gelegen, schreibt die Zeitung. Dafür könne Obama bei nichtweißen Amerikanern erheblich punkten: 79 Prozent wollten ihre Stimme für den Amtsinhaber abgeben.
Obama selbst gab am Donnerstag als erster amtierender US-Präsident der Geschichte seine Stimme schon vor dem Wahltag am 6. November ab. Nach der Stimmabgabe in seiner Heimatstadt Chicago scherzte Obama mit Wahlhelfern und Beobachtern: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wen ich gewählt habe."